Jäger müssen vermehrt Wildschweine jagen: Schweinepest ist auf dem Vormarsch

Werra-Meißner. Die Jäger im Werra-Meißner-Kreis sind in Sorge: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich immer weiter aus. Dagegen gibt es offenbar nur einen Weg: Mehr Jagen.

Deutschland ist noch nicht betroffen. „Wir versuchen, die Population von Wildschweinen durch revierübergreifende Jagden einzudämmen“, sagt Herbert Rafalski, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Witzenhausen. ASP ist eine Viruserkrankung, die sowohl Haus- als auch Wildschweine bekommen können.

Aktuell sei die Seuche, die in nahezu jedem Fall tödlich für das Tier ist, von Estland und Lettland bis nach Polen gekommen. Auch die Ukraine habe schon kranke Tiere gemeldet. Ob sie bis nach Deutschland kommt, ist unklar, laut Rafalski genügt es aber bereits, ein kontaminiertes Wurstbrot zu entsorgen, das dann ein Wildschwein frisst, damit die Seuche ausbricht.

Wie die Afrikanische Schweinepest sich ausbreite, hänge vom Menschen ab, seine Mobilität sei die größte Gefahr. Wildschweine gingen nicht auf Wanderung. Dazu komme die schnellere Ausbreitung, wenn es eine große Population von Tieren gibt. „Die Jagden, die auch länderübergreifend sein können, sind besonders wirksam, wenn es darum geht, die Wildschweinbestände zu reduzieren“, sagt Rafalski. Dass die erhöhte Bejagung die beste Möglichkeit zur Vorbeugung ist, bestätigt auch Stephan Boschen vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Werra-Meißner.

Auch für die Hausschweine in Betrieben sei die ASP gefährlich, sagt Dr. Uwe Lenz, Amtstierarzt bei der Eschweger Gesundheitsbehörde. „Kommt sie zu uns, kann das für die Landwirte enorme wirtschaftliche Einbußen bedeuten. Anders als gegen die herkömmliche Schweinegrippe gibt es gegen ASP keine Impfung.“ Für den Menschen ist ASP ungefährlich, auch, wenn er das Fleisch eines erkrankten Tieres isst.

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