Jugendliche opfern ihre Freizeit

Aktion Jugend organisiert friedliche Proteste für den Erhalt der Ferienspiele

Protest: Mit viel Lärm haben Jugendliche und Eltern ihrem Unmut Ausdruck verliehen. Foto:  Shuhaiber

Hessisch Lichtenau. Für die Eltern, für die Kinder und für uns – Ferienspiele“ rufen die Demonstranten vor dem Rathaus in Hessisch Lichtenau. Mit Blick auf das Verwaltungsgebäude haben sie sich an der Landgrafenstraße postiert. Grund für die Proteste sind die drohenden Kürzungen im Bereich Jugendarbeit (wir berichteten).

Die Mitglieder der Aktion Jugend, die sich seit Jahren ehrenamtlich im Bereich Jugendarbeit engagieren, sind enttäuscht und wütend: „Wir sind schon seit November mit der Planung der Ferienspiele beschäftigt“, sagt Maurice Weiß, Vorsitzender des Vereins Aktion Jugend. Seit 1996 organisiert der Verein in Zusammenarbeit mit der Stadtjugendförderung und der Schulsozialarbeit die Ferienspiele. Dazu zählt unter anderem die verlässliche Ganztagsbetreuung für 40 Kinder, die bislang jedes Jahr für zwei Wochen angeboten wurde.

„Wir haben schon 30 Sponsoren angeschrieben und viele Verträge geschlossen“, sagt Weiß. Auch gebe es bereits viele Anfragen von berufstätigen Eltern, die auf das Angebot angewiesen sind. Die Teamer würden seit Monaten jede Woche drei bis vier Stunden ihrer Freizeit opfern, um die Ferienspiele zu planen. Darüber hinaus hätten viele Jugendliche schon ihre Wochenenden geopfert, um die Jugendleiter-Card (Juleica) zu erwerben, die sie als Betreuer für die Ferienspiele qualifiziert.

Die Demonstranten befürchten, dass die Jugendarbeit nachhaltig beschnitten wird: „Die Stelle der Schulsozialarbeit ist schon weggefallen und jetzt wird auch noch der Jahrespraktikant Sven Born entlassen“, kritisiert Weiß und merkt an, dass die Stadtjugendpflegerin Claudia Wagener die Ferienspiele ohne diese Unterstützung kaum stemmen könne. Schließlich würden 300 Arbeitsstunden dafür benötigt.

Die Mitglieder der Aktion Jugend betreiben auch das Jugendzentrum, dass von rund 40 Jugendlichen in der Woche als Treffpunkt genutzt wird, und das Freizeitgelände im alten Freibad.

Heli: Demo für Erhalt der Ferienspiele

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