Jugenspsychatrie Witzenhausen: Rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft

Witzenhausen. Die Vitos Kurhessen, die die kinder- und jugendpsychatrische Ambulanz in Witzenhausen betreibt und die nun zum 30. September schließen wird, wehrt sich gegen den Vorwurf, nicht alle rechtlichen Mittel zum Erhalt der Ambulanz ausgeschöpft zu haben. „Wir haben Widerspruch eingelegt.

Aber das ist Gesetz und das können wir nicht brechen“, sagte die Sprecherin Andrea André. „Für den Werra-Meißner-Kreis sind wir aber in der glücklichen Lage, dass wir die ambulante und teilstationäre jugendpsychiatrische Versorgung von unserem Standort Eschwege aus sicherstellen können“, erklärte am Freitag die Geschäftsführerin von Vitos Kurhessen, Irmgard Raschka-Halberstadt. Die Kassenärztliche Vereinigung hatte die Betriebserlaubnis der Ambulanz in Witzenhausen, in der jedes Jahr zirka 750 junge Patienten betreut werden, nicht mehr verlängert. Nach einem Urteil des Marburger Sozialgerichtes aus 2007 muss es eine organisatorische und räumliche Verbindung einer Ambulanz zu einem Krankenhaus geben, die kürzer als 29 Kilometer ist. Die Entfernung nach Kassel beträgt 39 Kilometer. Das ist entscheidend, weil Vitos seinen Standort in Kassel hat. Diese Regelungen betrifft allerdings alle hessischen Institutsambulanzen, die keine ortsnahe Anbindung an ein Krankenhaus beziehungsweise eine Tagesklinik haben. Die Patienten der Witzenhäuser Ambulanz sowie die sechs Mitarbeiter werden zum 1. Oktober in die Institutsambulanz nach Eschwege wechseln und später die im Aufbau befindliche Tagesklinik mitnutzen. Diese soll nach Angaben des Klinikums Werra-Meißner als Bauherr im dritten Quartal 2013 fertig sein. Mit der Umsetzung der Tagesklinik werde sich, so Vitos, auch die Versorgungslage im Werra-Meißner-Kreis weiter verbessern, weil direkte kinder- und jugendpsychiatrische Behandlungsmöglichkeiten über ambulante Therapien vorgehalten werden.

Von Stefanie Salzmann

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