Bürgermeisterin Fischer erwartet Debatte zur Wiedereinführung

Kfz-Kennzeichen: Statt ESW bald wieder WIZ?

Werra-Meissner. Aus ESW könnte wieder WIZ werden. Der Bundesrat hat Ende September entschieden, dass Städte und Gemeinden wieder zu ihren alten Kfz-Kennzeichen zurückkehren können - wenn sie das wünschen.

Letzteres ist allerdings fraglich. Bislang ist das Thema im Witzenhäuser Parlament noch nicht debattiert worden.

Das könnte sich bald ändern, erwartet Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU). "Ich bin bereits von Bürgern und Kommunalpolitikern darauf angesprochen worden." Die Entscheidung darüber, ob bald wieder mit dem guten alten WIZ gefahren werden kann, obliege aber nicht ihr. "Das ist eine politische Debatte. Das Für und Wider müssen wir im Parlament abwägen." In Betracht komme auch ein Bürgerentscheid. "Das Thema ist emotional nah bei den Menschen."

Wie nah, das macht gerade die Stadt Hann. Münden vor. Dort darf ab Mitte November statt mit GÖ wieder mit HMÜ gefahren werden. Seitdem steht auf der Kfz-Zulassungsstelle das Telefon nicht mehr still. Über 100 Anrufer haben sich allein vorige Woche ein HMÜ-Wunschkennzeichen reservieren lassen.

Ob die Begeisterung im Werra-Meißner-Kreis auch so groß sein wird, bleibt abzuwarten. Bislang habe es nur zwei Anfragen gegeben, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Er selbst sieht neben der Nostalgie keine Vorteile. Im Gegenteil könnte der Wechsel teuer werden, weil die Computer-Software umprogrammiert werden müsse. "Wichtiger wäre es, die lokale Zuordnung der Kfz-Kennzeichen abzuschaffen. Bei einem Umzug müsste dann niemand mehr mit Blech durch die Gegend laufen."

Das letzte Wort über die Einführung eines WIZ-Kennzeichens hat der Kreistag. Wie auch immer es weitergeht: Angela Fischer will auch künftig mit ESW fahren. "Wir haben hart dafür gearbeitet, uns als Einheit im Werra-Meißner-Kreis zu verstehen. Das will ich nicht aufs Spiel setzen. (kbr)

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