Mai war zu nass

Kirschen hatten Röteln: Ernte dennoch recht gut

Witzenhausen. Die Hälfte ihrer Früchte haben die Kirschbäume im Werratal wieder abgestoßen. Die frühe Burlat, die aktuell geerntet wird, war vom sogenannten Röteln am wenigsten betroffen, doch späte Sorten wie Cordia und Regina warfen bis zu 80 Prozent ihrer Fruchtansätze ab.

Grund dafür war nach Auskunft von Anbauer Bernd Kiebe aus Unterrieden und Eberhard Walther vom Landesbetrieb Landwirtschaft die Nässeperiode Ende Mai Anfang Juni. Trotzdem wird die Ernte ihrer Prognose nach gut bis durchschnittlich ausfallen.

Nachdem die Befruchtung optimal klappte und die Bäume zunächst voller Früchte hingen, war allein Bernd Kiebe von einer Ernte bis zu 250 Tonnen ausgegangen. Das korrigierte er nun auf etwa 100 bis 150 Tonnen hinunter. Im Vorjahr waren es wegen des starken Vogelfraßes und später Regenfälle, die viele Kirschen zum Platzen brachten, gar nur 75 Tonnen gewesen.

Auch Walther, der im Werratal eine Ernte von bis zu 700 Tonnen erwartet hatte, geht nur noch von 450 Tonnen aus. Immerhin der doppelte Ertrag des Vorjahres von knapp 250 Tonnen. "Insgesamt entscheidet aber nicht die Menge, sondern die Qualität", betonen Kiebe und Walther. Denn Kunden und Handel treffen eine strenge Auswahl. Model-Maße für Kirschen beginnen erst ab 26 Millimeter Durchmesser, noch beliebter sind Früchte ab 30 Millimeter. Neben einem süßen, saftigen Geschmack muss auch das Äußere überzeugen: Die Kirschen sollten tiefrot und prall sein sowie einen grünen Stiel haben.

Angepickte Früchte haben auf dem Markt keine Chance. Zum Schutz vor Vögeln vor allem Stare fallen laut Kiebe scharenweise ein müssen Netze gespannt werden. Da es im Vorjahr mit Tierschützern Ärger gab, weil Vögel unter den Netzen verendet waren, hat sich der Anbauer diesmal vom Veterinäramt bestätigen lassen, dass seine Netze intakt und bodendicht gespannt sind.

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