Ein reizvolles Konzert im Wappensaal mit Katharina Treutler am Klavier

Mit Klarheit und Präzision

Sorgte für ein beglückendes Erlebnis: Die Pianistin Katharina Treutler. Foto:  Pujiula

Bad Sooden-Allendorf. Ein liebenswürdiger, fast rokokohafter Beethoven, ein leidenschaftlicher Schumann, die Klangmagie von Debussy und zum Schluss die rasanten, geradezu artistischen Fingerübungen von Liszt: das Programm bei der monatlichen Weltklassik-am-Klavier-Veranstaltung am Freitag im Wappensaal war spannend abwechslungsreich. Und durch die pianistische Kunst einer jungen Interpretin wurde der Abend zu einem beglückenden Erlebnis.

Katharina Treutler, 28 Jahre jung, stammt aus Erfurt und bekam ihre erste Klavierausbildung in Weimar. Danach studierte sie in Hannover und absolvierte verschiedene Meisterkurse, darunter in Japan und, aktuell, in Spanien. Sie verfügt über eine ausgedehnte Konzerterfahrung - und das war zu hören an diesem Abend. Denn in ihrem Auftritt bezauberte sie das verständige Publikum mit ihrer eleganten Anschlagkultur, und mit der Präzision ihres makellosen Spiels.

Sie präsentierte sich dem entzückt lauschenden Publikum mit einem großen Programm aus sehr verschiedenen Stilrichtungen und überzeugte mit der Klarheit ihres Spiels und mit fein nuancierter Gestaltung.

Bei Beethoven, es war die duftig-frische Sonate Nr.9 Es-Dur, war ihr Spiel von großer Transparenz. Und dann kam Schumann mit einem Jugendwerk, das, wie er einmal sagte, nur im Gedanken an seine geliebte Klara komponiert hatte – und entsprechend leidenschaftlich-stürmisch, manchmal auch wehmütig-melancholisch klingt das Werk - das die Pianistin ebenso leidenschaftlich gestaltete.

Und nach der Pause eine andere Welt: eine Auswahl aus dem ersten Heft der Préludes von Debussy. Diese vor hundert Jahren entstandenen Stücke mit den feinsten Klangverästelungen und einer eigenwilligen Harmonik fanden in der Pianistin eine einfühlsame, feinsinnige Interpretin. Und danach spielte sie ein rein virtuoses Werk: eine „Rigoletto“-Paraphrase von Franz Liszt. Sie brillierte damit und riss das Publikum zu heftigen Ovationen. Es gab eine Zugabe: nochmals aus den Préludes von Debussy.

Von Francisco Pujiula

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