Kommunikation ist Verantwortung

Forschungsstelle Kommunikation an privater Hochschule Diploma

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Hat das Archiv aufgebaut: Dr. Andreas Hohmann mit (von links) Prof. Dr. Karla Sponar und Prof. Dr. Michaela Zilling.

Bad Sooden-Allendorf. Bei einer richtig verstandenen Kommunikation gehe es in erster Linie um Verantwortung. Das gelte für alle Medien, sei es in der Werbung, der Lobby-Arbeit oder im Journalismus.

Das war am Freitag in der privaten Hochschule Diploma in Bad Sooden-Allendorf die Kernaussage bei der Vorstellung der soeben eingerichteten Forschungsstelle „Verantwortungsorientierte Kommunikation“. Gleichzeitig wurde das erste umfassende Marketing-Archiv Deutschlands eröffnet, aufgebaut von dem Verleger und Hochschullehrer Dr. Andreas Hohmann.

Als Dekanin des Studiengangs „Medienwirtschaft und Medienmarketing“ stellte Prof. Dr. Klara Sponar fest, das Konzept der Forschungsstelle orientiere sich an dem grundlegenden Wert der Kommunikation, der da laute: Verständigung. Dann erst könne von einer gelungenen Kommunikation die Rede sein, habe schon der Philosoph Jürgen Habermas erkannt.

Die Leiterin der Forschungsstelle ging auf die aufgeheizte antieuropäische Stimmung im Zuge des Austritts von Großbritannien aus der Europäischen Union ein. Die Vorgänge auf der Insel „hätten uns alle viel stärker alarmieren und zur Verteidigung jener Werte zusammenschweißen müssen, um die wir weltweit beneidet und als Zufluchtsort ausgewählt werden“. Der Mord an der schottischen Parlamentarierin und EU-Befürworterin J.Cox gebiete, aktiver, bewusster und klüger zu werden, um jeglichem Fanatismus den Nährboden zu entziehen. Es sei der Frage nachzugehen, inwieweit neuere Tendenzen hin zu einem lösungsorientierten Journalismus gleichzeitig aufklärend, meinungsbildend und motivierend wirkten. Sponar: „Das kann der Schlüssel sein, um die Aufmerksamkeit von einlullenden Wohlfühlvideos, Skandalberichten und Lifestyle-Konsum wieder auf Themen von gesamtgesellschaftlicher Relevanz zu lenken.“

Hohmann, der in einem Fachvortrag unabhängige Verlage in Deutschland beleuchtete, betonte, das Marketing-Archiv mit einem Start-Fundus von 1000 digitalen Exponaten solle Kommunikationsprodukte, seien es Werbeflyer, -filme oder Plakate, bewahren und der Forschung zugänglich machen. Ziel sei es, aus der Vergangenheit über Analysen in der Gegenwart für die Zukunft zu lernen. Als Präsidentin der Hochschule sagte Prof. Dr. Michaela Zilling, unter den Stichworten Verantwortung und Vertrauen biete das Marketing-Archiv zahlreiche Anknüpfungspunkte für wissenschaftliche Betrachtungen.

Landrat Stefan Reuß und Bürgermeister Frank Hix betonten die Bedeutung der Hochschule und sagten, auch die Region könne vom Marketing-Archiv profitieren. (zcc)

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