Großzügige Unterstützung eines Krankenwagen-Chauffeurs

Krebskranker Lucas aus Witzenhausen darf den FC Bayern sehen

Karten für die Allianz-Arena: Der bald 13 Jahre alte Lucas platzt fast vor Freude über die Initiative von Alfred Ingrisch (mit den Karten), die ihm, seinem Bruder Elias (rechts), seinem Vater Jörg Pflüger (links) und seiner Mutter Karina (nicht im Bild) den Besuch von gleich zwei Fußballspielen im Stadion des FC Bayern München ermöglichen. Foto: Forbert

Hundelshausen. Ein Herzenswunsch wird dem krebskranken Lucas Pflüger aus dem Witzenhäuser Stadtteil Hundelshausen erfüllt – kurz vor seinem 13. Geburtstag.

Er darf in der Allianz-Arena in München am kommenden Mittwoch gleich zwei Fußballspiele verfolgen und dabei auch seinen Lieblingsverein, den FC Bayern, sehen.

Möglich macht dies Alfred Ingrisch (65), der den Zwölfjährigen seit bald einem Jahr hin und wieder als Krankentransport-Chauffeur in seine Schule in Kassel, die Alexander-Schmorell-Förderschule, fährt. Der umtriebige Rentner aus Wehretal-Reichensachsen, der bis vor wenigen Jahren den örtlichen Karneval mitprägte und sich stark für die Partnerschaften der Gemeinde engagiert, hatte vor Kurzem erst bei dem weltbekannten Fußballverein um Karten für ein Spiel der Bayern angefragt und den Fall von Lucas, seinem Tumor im Kopf und seinem Herzenswunsch geschildert.

Ergebnis war, dass der FC Bayern für die vierköpfige Familie Pflüger sowie Alfred Ingrisch und einen guten Freund zwar keine Freikarten, aber sehr günstige Tickets für den Audi-Cup in der nächsten Woche zur Verfügung stellt.

Die Fahrt mit einem Kleinbus nach München und eine Übernachtung dort wird durch ein paar Sponsoren ermöglicht. Sie unterstützen die Aktion ebenso wie Ingrisch selbst, der Lucas kurz vor der Tour sogar noch ein T-Shirt, Fußballhose und Handtuch in den Vereinsfarben schenkte.

So kann Lucas zusammen mit seinem Vater im Bereich der Rollstuhlfahrer die Finalspiele zwischen Real Madrid, Tottenham Hotspurs, AC Mailand und dem FC Bayern hautnah verfolgen. Von den Rängen schauen dann Bruder Elias (11) und Mutter Karina sowie Alfred Ingrisch und ein Kumpel zu.

Kurz und bündig „cool“ findet Lucas diese Initiative von Ingrisch. Sie hatten sich, da beide Bayern-Fans, auf den Fahrten nach und von Kassel schnell angefreundet. Der Junge kenne sich bestens im Fußball aus, auch international, weiß Ingrisch zu berichten.

Schon im Alter von zwei Jahren sei Lucas Bayern-Fan gewesen, berichtet Vater Jörg, selbst Anhänger des Münchner Fußballclubs. Er habe mit 20 Monaten zudem Talent als Fußballer gezeigt. Doch dann machte ein erster Tumor im Kopf einen Strich durch eine weitere normale Entwicklung des Kindes. Nach einer zweiten Operation vor zwei Jahren ließ sogar Lucas’ Interesse am Fußball nach, doch mittlerweile ist es wieder stark gewachsen.

Einen Lieblingsspieler hat Lucas nicht mehr, nachdem er früher Oliver Kahn die Daumen gedrückt hat. Stattdessen freut sich der bald 13-Jährige auf zwei „gute Spiele“ am Mittwochabend. Los geht es schon am Morgen um 9 Uhr in Hundelshausen mit einem ausgeborgten Kleinbus – mit Alfred Ingrisch am Steuer.

Von Stefan Forbert

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