Eigenbetrieb Gebäudemanagement wird aufgelöst – Standort bleibt in Witzenhausen

Kreis baut Verwaltung um

Standort gestärkt: Die 156 Mitarbeiter des Eigenbetriebs Gebäudemanagement sollen auch nach dem Umbau der Kreisverwaltung weiter im einstigen Landratsamt in Witzenhausen arbeiten. Foto: Michaelis

Witzenhausen. Der Werra-Meißner-Kreis stellt seine Verwaltung neu auf. Der vor 15 Jahren gegründete Eigenbetrieb Gebäudemanagement soll aufgelöst und wieder Teil der Kreisverwaltung werden. Landrat Stefan Reuß (SPD) stellte das Vorhaben jetzt im Kreistag vor, alle Fraktionen signalisierten Zustimmung.

Für die 156 Mitarbeiter ändere sich nichts, sagte Reuß. Ihr Arbeitsplatz bleibe weiterhin das einstige Landratsamt an der Nordbahnhofstraße in Witzenhausen. Der Landrat sieht damit auch den Standort der Außenstelle Witzenhausen gestärkt. Niemand müsse sich sorgen, dass sein Arbeitsplatz nach Eschwege verlegt werde.

Der Kreistag beschloss nun zunächst, dass die Rückführung geprüft werden soll. Endgültig muss im Herbst entschieden werden. Nötig sei ein Beschluss des Kreistages, weil die Rückführung auch Auswirkungen auf den Haushalt des Kreises hat. Der Eigenbetrieb verwaltet 42 Schulgebäude im Kreis, die wieder Teil des Kreis-Vermögens werden.

Wie Reuß betonte auch CDU-Fraktionschef Uwe Brückmann, dass die Argumente für den Eigenbetrieb weggefallen seien, da sich gesetzliche Bedingungen geändert hätten. Ende der 90er Jahre sei die Auslagerung richtig gewesen, weil so schneller Aufträge für die Modernisierung der Schulen hatten vergeben werden können. Inzwischen haben auch die Verwaltungen auf die doppische Buchführung umgestellt. „Der Eigenbetrieb bietet keinen Vorteil mehr“, sagte Reuß.

Die Rückführung sei ein Schritt, um weitere Einsparungen zu prüfen. Weil der Werra-Meißner-Kreis Schutzschirm-Kommune ist, sei das geboten, sagte Reuß. Viel wichtiger sei es aber, weil auch die kreisangehörigen Kommunen zur Kasse gebeten werden. Erst kürzlich waren Kreis- und Schulumlage auf den höchstmöglichen Satz angehoben worden.

Beim Schritt unter den Schutzschirm waren die Schulden des Eigenbetriebs außen vor geblieben, anders als bei anderen Landkreisen. Eine frühere Rückführung hätte nichts gebracht, sagte Reuß. Dafür liege der Stichtag für die Berechnung der Schuldenhilfen durch das Land zu weit zurück.

Positiv werteten Karl Jeanrond (SPD) und Grünen-Fraktionschefin Sigrid Erfurth die Rückführung für die rot-grüne Koalition. Erfurth räumte ein, dass sich die Befürchtungen ihrer Fraktion bei der Gründung des Eigenbetriebs nicht bewahrheitet hätten. Zwar habe der Kreistag weniger Kontrolle gehabt, aber die Arbeit des Eigenbetriebs sei stets offen und transparent für die Abgeordneten gewesen.

Von Claas Michaelis

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