Das Ehepaar Irmgard und Johann Schäck feiert heute seine Eiserne Hochzeit

Langeweile kennen sie nicht

Wie am ersten Tag: Johann und Irmgard Schäck feiern heute in Hessisch Lichtenau ihre Eiserne Hochzeit. Foto: Geier

Hessisch Lichtenau. Auf den Tag genau 65 Jahre verheiratet sind heute Irmgard und Johann Schäck. Sie feiern ihre Eiserne Hochzeit. Mit Zufriedenheit blicken sie auf die gemeinsamen Ehejahre zurück. Es waren gute und schlechte Zeiten dabei, erinnern sie sich. „Der Schornstein darf auch mal rauchen, das reinigt die Luft“, mit diesen Worten fasst Johann Schäck lachend die Zeit des Ehelebens zusammen. Sie hatten immer viel zu tun, Langeweile kennen sie auch heute, im Alter von 85 und 83 Jahren, noch nicht.

„Als junger Kerl schaut man sich schon nach hübschen Mädchen um“, erzählt Johann Schäck. Sein Blick fiel im Sommer 1946 auf seine Irmgard und lässt sie seitdem nicht mehr los. Damals in Nördlingen lernten sie sich kennen und nach dem ersten Tanz waren sie dann ein Paar. Beide hatten bereits einiges hinter sich: der gebürtige Egerländer war nach dem Krieg dorthin geflohen, um dem tschechischen Arbeitslager zu entgehen. Irmgard hatte im Winter zuvor ihre Mutter verloren und war Vollwaise. Der damals 18-Jährige beschloss, sie mit zu seinen Eltern zu nehmen, denn diese, ebenfalls aus dem Egerland vertrieben, waren in Braunhausen bei Bebra untergekommen. Dort war aber wenig Platz, denn es wohnten schon sieben Personen in den wenigen Räumen. „Wir beschlossen zu heiraten, denn ohne Hochzeit bekam man kein Zimmer“, erzählt Irmgard Schäck. Mit der Hilfe eines Anwalts konnten sie am 10. April 1948 heiraten. In Gilfershausen bezogen sie ein Zimmer, und der gelernte Klempnerinstallateur arbeitete viel. „Es war eine schwere Zeit, und wir haben da getan, was wir tun mussten“, berichtete Johann Schäck. In der Gegend hatte er viele Kontakte und so konnte er sich und seiner Frau das Leben ein bisschen angenehmer machen.

In einem aus dem Egerland stammenden Textilbetrieb, der sich in Hirschhagen niedergelassen hatte, fing Johann als Weber an und das junge Ehepaar zog nach Hessisch Lichtenau. 1958 fand er Arbeit bei der Bundesbahn, zuerst bewältigte er die schwere Arbeit im Bauzug, später bekam er dann seinen Traumjob als Zugführer.

Drei Kinder machten die junge Familie komplett: Zwei Söhne wurden 1949 und 1952 geboren, 1967 die Tochter. Nebenbei ging auch Irmgard arbeiten. 1962 bauten sie in der Hanröder Straße ihr Haus, in dem das Ehepaar noch heute wohnt.

In ihrer gemeinsamen Zeit hatten die beiden nie Langeweile. Irmgard malt und hat in den letzten Jahren ihre Leidenschaft für die böhmische und bayrische Küche entdeckt. Das genießt Johann natürlich, denn pünktlich um 12 Uhr, wie es der Eisenbahner gewohnt war, kommt ein deftiges Essen auf den Tisch. Er hat aber auch viel zu tun: Im Sommer hat er seinen großen Garten zu betreuen, und im Winter fertigt er Krippen. Unten im Keller hat er sich eine Werkstatt eingerichtet in der er die kleinen Ställe baut und ausleuchtet. Im Kreis seiner Kinder, seiner sechs Enkel und drei Urenkel feiert das Ehepaar heute im kleinen Kreis. Die große Feier mit einem Gottesdienst folgt am Sonntag. (zge)

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