Briefe an Ministerpräsident Bouffier wegen Zwangsurlaub

Lehrer fordern: In Ferien Geld für alle Kollegen

Werra-Meißner. Mindestens vier junge Lehrer an Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis haben mit dem Ende des Schuljahres vorige Woche keine geruhsamen und bezahlten Ferien, sondern Lauferei zum Arbeitsamt und weniger Geld zumindest für vier Wochen.

Erst wenige Tage zuvor erfuhren die Pädagogen mit Lehrauftrag davon, dass das Land Hessen ihre befristeten Arbeitsverträge nicht verlängert, sondern sie zu Beginn des neuen Schuljahres wieder einstellt. In der Zwischenzeit müssen sich die Lehrer arbeitslos melden. Derweil spart das Land Hessen das Gehalt – insgesamt eine Summe in siebenstelligem Bereich. Diese Praxis hat jetzt die Lehrerkollegien der Grundschule Bad Sooden-Allendorf und der Kesperschule Witzenhausen auf die Palme gebracht. In Briefen an Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) drücken sie die Empörung über diese Vorgehensweise aus, die moralisch „mehr als zweifelhaft“ sei. 

Will das Land auf Kosten der Sozialkassen Geld sparen, wird in dem Schreiben aus Bad Sooden-Allendorf gefragt und auch in Frage gestellt, ob der Ministerpräsident keinen Respekt vor der Leistung der Person einer befristet angestellten Lehrkraft habe. „Setzen Sie diesem unsozialen und würdelosen Spiel ein Ende“, bittet das Lehrerkollegium Bouffier.

 Er soll dafür sorgen, dass die kurzzeitig freigesetzten Lehrkräfte auch ihre Sommerferien bezahlt bekommen, heißt es in dem „offenen Brief“ aus Bad Sooden-Allendorf, wo der Leiter der Vorklasse betroffen ist. Für diese Funktion ist er im neuen Schuljahr wieder vorgesehen. Ähnliches schreibt die Personalversammlung der Kesperschule, wo sogar zwei Kollegen sich arbeitslos melden mussten. Diese leisteten die gleiche Arbeit und hätten die gleichen Dienstpflichten, wird zu Bedenken gegeben. Zudem ist ein ähnlicher Fall einer Lehrerin an der Karlheinz-Böhm-Schule Waldkappel bekannt.

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