Betrieb wird eingestellt - Mitarbeiter klagen auf Wiedereinstellung

Maschinenfabrik Richter: Keine Einigung mit Mitarbeitern in Sicht

Maschinenfabrik Richter: Der Schweißbetrieb ist schon geschlossen.

Hessisch Lichtenau. Eine einvernehmliche Einigung im Rechtsstreit zwischen der Hessisch Lichtenauer Maschinenfabrik Richter und vielen gekündigten Angestellten scheint nicht möglich.

Die ersten 20 Güteverhandlungen vor dem Arbeitsgericht Kassel sind ergebnislos verlaufen. Das teilte Pressesprecher Wolfgang Leinweber auf Anfrage mit.

Wie Leinweber bestätigt, haben mittlerweile 45 Mitarbeiter ihren Chef Axel Richter auf Wiedereinstellung verklagt. Richter hatte Ende Mai bekannt gegeben, dass der Betrieb eingestellt wird. Die Schweißerei (Adam Richter & Sohn Maschinenbau GmbH), hat bereits am 30. Juni die Tore geschlossen. Im September soll die Mechanik (Maschinenfabrik AG) folgen. Als Grund hatte der Firmenchef angegeben, nach Unstimmigkeiten mit der Kasseler Bank kein Material für Aufträge mehr kaufen zu können. Ein Nachfolger, der die Firmen übernehmen könnte, sei bislang nicht im Gespräch.

Axel Richter ließ sich bei Gericht von Dr. Arnold Müller vom Arbeitgeberverband vertreten. Laut Müller habe es ein Vergleichsangebot an die Mitarbeiter gegeben, das abgelehnt wurde. Dieses sah folgendes vor: Wer sein Arbeitsverhältnis vorzeitig selbst beendet - zum Beispiel wegen Annahme eines neuen Jobs - sollte die Hälfte seines Gehalts, das sonst bis zum Ende der Kündigungsfrist ausgezahlt worden wäre, als Abfindung erhalten. Die Kündigungsfristen reichen in einigen Fällen bis Januar 2016, da manche Arbeiter 25 Jahre und länger in der Maschinenfabrik beschäftigt sind. Warum der Vergleich abgelehnt wurde, liegt für Müller auf der Hand: „Die Mitarbeiter hoffen, dass sie noch mehr Geld herausschlagen können.“

Mit Urteilen kann frühestens im Oktober gerechnet werden. Dann finden die ersten Kammertermine im Arbeitsgericht statt, an deren Ende ein Berufs- und zwei ehrenamtliche Richter gemeinsam eine Entscheidung treffen.

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