Tier auf Weide malträtiert - Drei Sättel gestohlen

Messer-Attacke: Esel entkommt nur knapp dem Tod

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Es geht wieder etwas besser: Deutlich sind bei Esel „Nils“ die Stich- und Schnittwunden an Hals und Schulterblatt zu erkennen. Fassungslos ist Besitzerin Gina Nau (19) über die brutale Tat.

Rommerode. Auf einer Koppel am Ortsrand von Rommerode ist ein Esel nur knapp einem qualvollen Tod entkommen. Mit einem Messer hat ein Unbekannter den achtjährigen Hengst malträtiert.

Bei der Attacke in der Nacht zum Sonntag erlitt „Nils“, wie das Tier heißt, eine tiefe Stichverletzung auf der linken Halsseite nur knapp neben der Schlagader, außerdem eine rund zehn Zentimeter lange Schnittwunde auf dem linken Schulterblatt.

Rückblende: Wie immer fährt Gina Nau aus Wickenrode am Sonntagmorgen um sieben Uhr zu der Weide an der Langen Straße, um nicht nur den in Deutschland seltenen ägyptischen Esel, sondern auch das vierjährige Muli „Boss“ und die beiden Wallache „Amadeus“ (9) und „Diabolo“ (25) zu füttern. Erst zwei Wochen zuvor hatte sie die Tiere von Bekannten aus dem Münsterland übernommen, weil die in diesen Tagen nach Spanien auswandern wollen.

Überall Blut

Schutzplane mutwillig entfernt: Dieses Stroh ist nicht mehr zu gebrauchen.

„Ich hatte gleich ein komisches Gefühl“, erinnert sich die 19-Jährige. Denn anders als sonst zu den Fütterungszeiten kommt der Schimmel ihr nicht fröhlich trabend entgegen, sondern kehrt ihr im Offenstall stehend den Rücken zu. Gina schaut sofort nach. Dann der Schock. Überall Blut. Hastig rafft sie ihre Erste-Hilfe-Utensilien zusammen, spült die Wunden aus, versorgt sie mit entzündungshemmenden Salben und legt Verbände an. Fast schon professionell macht das die 19-Jährige, die sich gerade zur Rettungsassistentin ausbilden lässt.

Bauwagen aufgebrochen

Kaum hat die Pferdeliebhaberin den ersten Schock nur mühsam überwunden, folgt der zweite gerade mal einen Tag darauf.

Am Montag gegen 22.30 Uhr will Gina, wie sie das jeden Abend tut, an der Koppel nach dem Rechten sehen. Und jetzt das: Der alte Bauwagen, der als Sattelkammer dient, ist aufgebrochen worden. Die Gitter, von innen an den Fenstern angebracht, sind aufgedrückt. Verschwunden sind drei schwarze Sättel der Marke „Wintec“, ein Dressur- und zwei Vielseitigkeitssättel. Einer ist inzwischen wieder dort aufgetaucht, wo er gestohlen wurde. Verdreckt und zerschlissen fand Gina ihn vor dem Bauwagen und machte gleich eine weitere Entdeckung: Von mehreren Strohballen wurden die vor Regen schützenden Planen entfernt, zwei Rundballen sogar aufgeschnitten.

Für all das hat die 19-Jährige keine Erklärung. Jetzt ist eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei Hessisch Lichtenau unter Tel. 0 56 02 /9 39 30 entgegen.

Von Christoph Cortis

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