Messerstecherei von Werleshausen: Revisionsverfahren am Montag gestartet

Kassel/Werleshausen. In einem Revisionsverfahren hat das Landgericht Kassel den Prozess um die Messerattacke von Werleshausen noch einmal aufgerollt. Ein Auftragskiller hatte einen heute 28-Jährigen mit 19 Messerstichen und -schnitten schwer verletzt und dessen gleichaltrigen Freund leicht.

Der Ex-Geliebte des einen Mannes, ein heute 25-Jähriger aus Rosenheim, hatte auf diese Weise seinen Konkurrenten aus dem Weg räumen lassen wollen. Die Täter wurden im Januar 2015 zu zwölf und siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft eine zu milde Strafe. Sie hatte mit ihrem Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof Erfolg. Vor der 1. Strafkammer ging es im neuerlichen Verfahren um die Frage, ob wegen der vereinbarten Schmerzensgeldzahlung in Höhe von insgesamt 17.500 Euro die Strafe gemildert werden durfte. 

Staatsanwältin Angela Kleine-Kraneburg wertete dieses Vorgehen der 6. Strafkammer als Rechtsfehler. Bislang ist noch kein Cent von den Tätern gezahlt worden. Aber auch darum ging es nicht im neuerlichen Verfahren. Vielmehr beschäftigte sich das Schwurgericht mit den Fragen, ob die Täter sich in der Hauptverhandlung glaubhaft entschuldigt hatten, ob die Opfer einen friedensstiftenden Ausgleich akzeptierten oder nicht und ob es ein ernsthaftes Bemühen zur Schadenswidergutmachung gab oder aber nur ein taktisches Vorgehen der Täter. Letzteres vermutete der seinerzeit Schwerverletzte.

Er habe noch sieben handchirurgische Operationen vor sich, sei lebenslang schwer behindert, könne seinen Beruf als Restaurantfachmann ebensowenig ausüben wie seine selbstständige Tätigkeit als Mittelaltermusiker und habe massive psychische Schäden davongetragen. „Auf moralischer Ebene kann man eine solche Tat nicht wieder gut machen.“ Mit den Plädoyers soll das Revisionsverfahren am Freitag, 13. Mai, ab 9 Uhr fortgesetzt werden. (and)

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