Metalldiebe stehlen 80 Tonnen Schienen bei Hessisch Lichtenau

Hessisch Lichtenau. Metalldiebe haben bei Hessisch Lichtenau etwa 80 Tonnen Schienen von einer stillgelegten Bahnstrecke gestohlen. Den Schaden gibt die Deutsche Bahn mit 180.000 Euro an.

Der reine Materialwert liegt darunter, etwa im vierstelligen Bereich. Dennoch handele es sich um den größten Schienendiebstahl, den es je in Nord- und Osthessen gegeben hat, sagte Klaus Arend, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel.

Die Tatverdächtigen, vier Männer im Alter zwischen 15 und 38 Jahren aus Rotenburg und Malsfeld, hat die Bundespolizei bereits gefasst. Ein Jäger habe die Metalldiebe am Mittwoch in einem Waldgebiet bei Hirschhagen beobachtet. Er alarmierte die Polizei in Hessisch Lichtenau, die die vier Männer auf frischer Tat ertappte. Eine Genehmigung zur Demontage der Schienen hätten die Männer nicht vorweisen können, sagte Arend.

Ob die Männer für weitere Metalldiebstähle in der Region verantwortlich sind, müsse noch ermittelt werden. Gegenüber den Beamten habe das Diebes-Quartett eingeräumt, in den vergangenen Wochen aus den zwei nebeneinander liegenden Gleisen 1600 Meter Schienen demontiert zu haben. Das Material sei bereits bei einem Schrotthändler in Kassel entsorgt worden.

Die Bundespolizei ermittelt weiter und hat gegen alle vier Tatverdächtigen ein Strafverfahren wegen Diebstahls eingeleitet. Aber die Männer seien auf freiem Fuß.

Diebstähle von Metallen an Bahnanlagen seien nach wie vor ein großes Problem, sagte Arend. Der Verkauf solcher Buntmetalle sei eben sehr lukrativ. Die Bundespolizei versuche Bahn-Mitarbeiter wie auch Schrotthändler auf das Thema zu sensibilisieren. Die meisten Schrotthändler seien sehr kooperativ und lassen sich entsprechende Eigentumsnachweise vorlegen, wenn ihnen Metalle zum Kauf angeboten würden. (clm)

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