Nachfolgerin von Heiko Wilke

Michaela Rabe ist Leiterin der Ernst-Reuter-Schule

+
Sie liebt die Natur: Michaela Rabe, neue Leiterin der Eichenberger Ernst-Reuter-Schule. Unser Bild entstand im Schulgarten, den Rabe betreut. 

Neu-Eichenberg. Das Stimmungsbarometer an der Bürowand von Michaela Rabe steht auf „fröhlich", denn „traurig" oder „ängstlich" ist die neue Leiterin der Neu-Eichenberger Ernst-Reuter-Schule von Natur aus eher selten.

Mit Freude, Elan und Optimismus geht die 42-Jährige aus Witzenhausen ihre neue Aufgabe als Nachfolgerin von Heiko Wilke an, der in den Ruhestand gewechselt ist.

Den Schritt, sich auf die Leitungsposition zu bewerben, habe sie nicht nur im eigenen Herzen bewegt, sondern auch mit ihrer Familie abgestimmt. „Alle haben mir zugeraten und gesagt: Das klappt schon!“ Jetzt ist sie am Ziel angekommen und „es erfüllt mich, an einem größeren Hebel zu sitzen, um für die Schüler und Kollegen etwas bewirken zu können!“ Für 90 Kinder in fünf Klassen und acht Kollegen, viele in Teilzeitstellen, ist sie nun verantwortlich. Auch sie selbst hat eine 70-Prozent-Stelle - immerhin hat Michaela Rabe drei Kinder im Alter von sechs, zehn und 13 Jahren. „Ich habe gleich im Vorfeld gesagt, dass ich nicht Vollzeit arbeite, es mir trotzdem zutraue, alle Aufgaben zu bewältigen.“ Genug zu tun hat sie, denn mit diesem Schuljahr ist die Ernst-Reuter-Schule Ganztagsschule im Profil eins geworden. Das heißt, nach Unterrichtsende findet mit der Kita „Kleine Eichen“ Nachmittagsbetreuung bis 16.15 Uhr statt. 60 Eltern haben ihre Kinder tageweise dazu angemeldet. „Das ist natürlich erstmal organisatorischer Aufwand. Wir wollen den Schülern eine gute Tagesstruktur anbieten und sind da noch am Ausprobieren.“ Zurzeit nehmen auch fünf Kinder aus Polen, Albanien und Serbien am Unterricht teil, die kaum deutsch sprechen. Zwei Referendarinnen unterstützen ihre Förderung, indem sie freiwillig mehr arbeiten. „Dafür bin ich dankbar“, sagt Michaela Rabe. „In einem kleinen System wie unserem mit einer guten Atmosphäre ist so etwas möglich.“

„Lehrer sollen Kindern helfen, aus sich selbst heraus zu wachsen. Anders geht es nicht. Das Gras wächst ja auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Michaela Rabe hat den Entschluss, Lehrerin zu werden, in der eigenen Grundschulzeit gefällt. „Das hat mir meine Mutter erzählt und ich glaube, dass es stimmt. Lehrerin ist immer noch mein Traumberuf.“ Raum für Hobbys bleibt trotzdem. „Wenn ich Zeit habe, gehe ich mit dem Hund spazieren, arbeite im Garten und singe.“ Zwei ihrer Leidenschaften hat sie mit in die Schule gebracht. Dort leitet die 42-Jährige die Chor-AG und kümmert sich um den Schulgarten.

An sich selbst und ihre Schule hat Michaela Rabe hohe Ansprüche. „Wir wollen jedem Kind eine Chance auf die Förderung geben, die es braucht. Jedes Kind bringt andere Voraussetzungen mit und ist so individuell wie ein Erwachsener - toll sind sie alle.“ Ein Lehrer müsse sich darauf einlassen und zur Beziehungsarbeit bereit sein. Nur dann könne er einem Kind helfen, aus sich selbst heraus zu wachsen. „Anders geht es nicht. Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Kommentare