Gericht zieht bei 22-Jährigem Beihilfe in Betracht

Prozess um Grillhüttenmord: Anklage bröckelt weiter

Kassel/Hessisch Lichtenau. Im Prozess um den gewaltsamen Tod von Waldemar B. in Hessisch Lichtenau wird eine Verurteilung aller drei Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes immer unwahrscheinlicher.

Am Freitag gab das Kasseler Landgericht den rechtlichen Hinweis, dass auch beim jüngsten Angeklagten Vladimir G. (22) eine Bestrafung wegen bloßer Beihilfe in Betracht komme. Ihm bliebe die drohende lebenslange Haftstrafe damit erspart.

Entsprechendes hatte die Schwurgerichtskammer bereits für den ältesten Angeklagten Alexandr B. (35) mitgeteilt. Bei Vladimir G. will das Gericht zudem eine Verurteilung wegen Körperverletzung in Erwägung ziehen. Laut Anklage soll der 22-Jährige das Opfer zwar geschlagen haben. Die tödlichen Beilhiebe gegen den Kopf aber habe der mutmaßliche Haupttäter Sergej B. (28) geführt.

Schon beim Prozessauftakt hatte das Gericht darauf hingewiesen, dass das Geschehen vom Juli 2013 an der Grillhütte „Waldfrieden“ möglicherweise auch als Totschlag zu bewerten sei. Die Staatsanwaltschaft hat die Bluttat als gemeinschaftlichen Mord aus niederen Beweggründen eingestuft. Motiv sei eine Liebesbeziehung des 28-jährigen Angeklagten zur Ehefrau des Getöteten gewesen. Für diese angebliche Affäre gibt es bisher jedoch keine objektiven Beweise. (jft)

Rubriklistenbild: © HNA

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