Musiker singt gegen Windräder

Liebt seine Wahlheimat: Der Musiker Guntram Pauli, der in Gertenbach lebt. Foto: Huck

Gertenbach. Guntram Pauli ist Musiker mit Leib und Seele. Seit 1999 ist Gertenbach die Wahlheimat des 62-Jährigen, der mehr als 100 000 Tonträger verkauft hat.

Guntram Pauli wurde in Thüringen geboren, hat aber die meiste Zeit seiner Kindheit und Jugend in München verbracht. Sein Vater war Pfarrer und die ganze Familie sehr musikalisch. So entdeckte auch Guntram Pauli früh seine Liebe zur Musik, entschied sich aber, einen Beruf zu wählen, von dem er dachte dieser hätte mehr Perspektive. Er studierte Sport, versuchte sich in vielen Tätigkeitsfeldern, aber erst als er die Musik zu seinem Beruf machte, hatte er gefunden, wonach er suchte.

Erfolgreiches Rock-Requiem

Eine ganze Reihe Alben und CDs hat er in den vergangenen Jahren eingespielt. Guntram Pauli komponierte Lieder für Filme und Musicals und nahm eine CD mit Kinderliedern auf. Sein größter Erfolg war das Crossover-Werk Rock-Requiem, das Rock-Elemente mit diversen Klassik-Richtungen vereint.

Er komponierte es 1978 mit zwei weiteren Musikern und nahm es mit ihnen auf. „Wir wurden oft im Radio gespielt und haben ganze Stadthallen gefüllt“, erinnert sich Pauli. Heute tritt er hauptsächlich in der Region auf, mit anspruchsvollen Coversongs von Eric Clapton über Bob Dylan bis hin zu Elvis und Bon Jovi.

Einzigartige Gegend

Im Winter zog es ihn immer wieder in wärmere Gegenden, gerne und oft verbrachte er die Wintermonate in Griechenland. Auf Kreta lernte Pauli seine Ehefrau kennen, eine gebürtige Gertenbacherin und zog später zu ihr in den Vorort der Kirschenstadt. „Das wunderschöne Hügelland, der Wald, die Natur und das Grün überall machen diese Gegend hier für mich so einzigartig“, sagt Pauli.

Die große Sorge darum, diese Idylle zu verlieren, führten zu seinem neuesten Song. „Bye, bye Kirschenland“ heißt er, denn Pauli überlegt, seiner geliebten neuen Heimat den Rücken zu kehren. Fast 1000-mal wurde das Musikvideo auf Youtube bisher aufgerufen. „Die in unserer schönen Gegend geplanten Windparks machen mir und vielen anderen so sehr zu schaffen, dass ich mir überlegen muss, Gertenbach zu verlassen, wenn alles so kommt wie geplant“, erklärt Guntram Pauli. „Die Lebensqualität wird sich erheblich verschlechtern, unsere Gesundheit ist in Gefahr und die Immobilienpreise gehen in den Keller“, sagt der Musiker, der auch zur Bürgerinitiative „Windkraftfreies Werratal“ gehört, weiter.

Für seine Wahlheimat Witzenhausen hat er bereits 2001 anlässlich des Königinnentages ein Lied geschrieben, das heute noch bei jeder Kesperkirmes gespielt wird, erzählt der Musiker. In einem weiteren Song beschreibt er, wie er in Witzenhausen neue Wurzeln gefunden hat. Das neue Lied über seine Wahlheimat entstand zwar aus weniger freudigem Anlass, aufgegeben hat Guntram Pauli aber noch nicht. Er arbeitet bereits an neuen Projekten. (zwh)

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