Viele Menschen gedachten am Montag der Opfer von Paris

Nach den Anschlägen in Paris: Ein Landkreis hält inne

Werra-Meißner. Große Anteilnahme herrschte am Montag im Werra-Meißner-Kreis, wo vielerorten um 12 Uhr der Opfer der Anschläge von Paris gedacht wurde.

So folgten etwa in Witzenhausen und Eschwege über 100 Mitarbeiter der Einladung der Kreisverwaltung, eine Schweigeminute einzulegen. Landrat Stefan Reuß: „Wir sehen, wie verletzlich die Sicherheit in Europa ist. Ich appelliere an alle Mitarbeiter wachsam zu sein und auf sich aufzupassen.“

Auch viele Schüler und Lehrer zeigten Anteil – und zwar durch alle Altersklassen, von der Grundschule bis zu den Weiterführenden Schulen. Viele Schüler hatten am Freitag das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Frankreich verfolgt und so direkt von den Anschlägen erfahren. Wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab, hatten die Familien aber offenbar am Wochenende schon darüber gesprochen, so dass nur wenige Kinder bei den Lehrern Redebedarf äußerten.

„Für viele jüngere Schüler ist Paris sehr weit weg“, sagt Dr. Jörg Möller, Leiter der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode. Die Angriffe würden zunächst nur in den Fächern Gesellschaftslehre, Religion oder Ethik thematisiert, so Möller. „Gerade junge Schüler haben auch ein Recht auf Normalität.“

Trotzdem werden Lehrer und Erzieher wachsam bleiben und bei Bedarf Gespräche anbieten – so wie etwa in den Städtischen Kindertagesstätten in Witzenhausen. „In keiner unserer Einrichtungen haben Kinder eine Reaktion auf das grausame Attentat in Paris gezeigt. Das heißt aber nicht, dass sie nichts mitbekommen haben“, sagt Leiterin Monika Winkelbach. „Nachrichten in Presse, Radio und Fernsehen und auch Gespräche der Erwachsenen gehen an den Kindern nicht spurlos vorüber. Es braucht aber die Aufmerksamkeit der Erwachsenen, um sensibel und individuell zu reagieren.“

Auch die Schüler der Beruflichen Schulen Witzenhausen zeigten sich mit einer Schweigeminute solidarisch.

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