Offener Brief an die Stadtverordneten

Neue Proteste: Ärzte wenden sich gegen Pferdesteuer

Bad Sooden-Allendorf. Auch wenn es eine gerichtliche Entscheidung, ob eine Pferdesteuer überhaupt zulässig ist, noch aussteht, werden die Stadtverordneten von Bad Sooden-Allendorf jetzt wieder mit dem Thema konfrontiert. In dieser Woche erhielten sie einen Offenen Brief, der von 22 Ärzten aus ganz Deutschland unterzeichnet ist.

„Körperliche Bewegung ist das zentrale Element bei der Förderung von Gesundheit“, heißt es einleitend in dem Schreiben. Durch ihren Umgang mit Pferden leisteten Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren einen wichtigen Beitrag zur Förderung ihrer eigenen Leistungsfähigkeit und Gesundheit, sagen die Mediziner. Die Pferdesteuer wirke diesen gesundheitsförderlichen Aktivitäten entgegen und beeinträchtige das therapeutische Reiten. Damit unterdrücke sie gesundheitsförderliche Verhaltensweisen bei Jung und Alt in Bad Sooden-Allendorf.

Die Pferdesteuer ist in den Augen der Ärzte „auch unvereinbar mit der Schwerpunktsetzung“ der Stadt, die bewegungstherapeutische Maßnahmen als wesentliches Element zum Behandeln zahlreicher Erkrankungen im Rahmen des Reha-Angebotes ausweist.

Die diesen Offenen Brief unterzeichnenden Ärzte und Sportpädagogen fordern aus diesen Gründen die Stadtverordneten auf, „die Pferdesteuersatzung unverzüglich zurückzunehmen“.

Unterstützt wird die von Prof. Dr. Hartmut Dunkelberg, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin in Bad Sooden-Allendorf, und Prof. Dr. Jürgen Schröder vom Institut für Sportwissenschaften der Uni Göttingen gestarteten Initiative derzeit von 20 Ärzten in zum Teil hohen Positionen. Dazu gehören auch der Chefarzt am Sozialpädiatrischen Zentrum Dresden und der Klinikdirektor der Neuropädiatrie mit sozialpädiatrischem Zentrum in Kassel ebenso wie ein Facharzt im medizinischen Beirat des Deutschen Kuratoriums für therapeutisches Reiten und ein ehemaliger Leiter des Gesundheitsamtes Hannover.

Solange die Abgabe gerichtlich nicht geprüft ist, hat die Stadt den Vollzug der Steuerbescheide ausgesetzt. Mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel wird nicht vor Herbst 2014 gerechnet.

Von Stefan Forbert

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