Neue Statue: Erhard grüßt Witzenhausen

Witzenhausen. Eine Statue des ehemaligen Bundeskanzlers Ludwig Erhard wurde am Donnerstag in der Witzenhäuser Fußgängerzone feierlich enthüllt.

Sie war schon seit Tagen Stadtgespräch in Witzenhausen und wurde am Donnerstag feierlich enthüllt: die Statue von Ludwig Erhard. Mit Zigarre in der Hand winkt der ehemalige Bundeskanzler, CDU-Vorsitzende und „Vater des Wirtschaftswunders“ nun jedem, der an der Fußgängerzone in der Brückenstraße vorbeikommt.

„Wir begrüßen einen neuen Bürger dieser Stadt“, sagte Bürgermeisterin Angela Fischer bei der Eröffnung der Zeremonie, zu der zahlreiche Gäste gekommen waren.

Mit der neuen Statue wird das Projekt „Museum am Weg - Witzenhausen am Spiegel der Zeit“ fortgesetzt. Initiiert hat diese Idee Jürgen Rippel. Der Ex-Witzenhäuser und Marketingexperte von der Hochschule Ansbach hatte bereits 2013 die Jacob-Grimm-Statue am Marktplatz der Stadt gespendet.

Wegen Kriegsheimkehrern

„Hinter den Figuren, die wir aufstellen, gibt es eine Geschichte“, so Rippel. Diese wolle er zeigen und weiterführen und auch die alte Zeit nicht vergessen lassen. Dazu gehört auch, dass Ludwig Erhard einst in Witzenhausen war. 1955 war das. Er begrüßte damals die Kriegsheimkehrer auf dem Marktplatz und übernachtete bei Rippels Tante im Gasthof „Zum Goldenen Löwen. „Er ist das Symbol für eine Zeit nach dem Krieg.“

Auch nach seinem Besuch verband Erhard etwas mit der Kirschenstadt. Seitdem habe er immer Zigarren vom Witzenhäuser Hersteller Leopold Engelhardt geraucht, so Rippel. Entworfen und gestaltet hat die Figur, die insgesamt 7000 Euro gekostet hat und durch Sponsoren wie der CDU-Stadtverband Witzenhausen und der VR-Bank Werra Meißner finanziert wurde, die Grebensteiner Künstlerin Karin Bohrmann-Roth. Sie hat auch schon das Jacob-Grimm-Denkmal geschaffen. (nit)

Wussten Sie, dass....?

... immer noch unklar ist, ob Ludwig Erhard jemals CDU-Mitglied gewesen ist. Laut einem Bericht des „Stern“ von 2007 hat er weder der CDU, noch einer anderen Partei angehört. Der damalige Geschäftsführer der Bonner Ludwig-Erhard-Stiftung und letzter wissenschaftlicher Mitarbeiter des Politikers, Friedrich Wünsche, sagte damals: „Es gibt keine Beitrittserklärung von Ludwig Erhard.“ Die Mitgliedschaft lasse sich aktenmäßig nicht nachvollziehen. Erhard habe auch keine Beiträge gezahlt. Laut Bericht ist beim CDU-Kreisverband Ulm zwar eine Mitgliedskarte nachweisbar. Sie wurde aber erst am 2. August 1968 ausgestellt und auf den 1. März 1949 rückdatiert. Die Felder für die Beitragsmarken sind nicht beklebt. Allerdings bleibt zu bedenken, nur weil es keine schriftlichen Belege gibt, heißt das nicht, dass es sie gar nicht, oder auch nie gegeben hat. 

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