Öffnungszeiten an Feiertagen: Gleiches Recht für Allendorf

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Freuen sich über erweiterte Ladenöffnungszeiten in Allendorf: die Vorstandsmitglieder des Gewerbevereins „Handel(n) in Bad Sooden-Allendorf“, Andrea Stöber (von links), Dr. Evelyn Köhne und Silvia Schmidt, hier in der Allendorfer Einkaufsmeile Kirchstraße.

Bad Sooden-Allendorf. Der Grundsatz „Gleiches Recht für alle“ darf im Fall der nordhessischen Kurstadt Bad Sooden-Allendorf umformuliert werden: Gleiches Recht für Allendorf.

Denn was im Kurviertel Bad Soodens seit Jahr und Tag gängige Praxis ist, gilt jetzt auch für den größeren Stadtteil auf der anderen Seite der Werra: An Sonn- und Feiertagen dürfen die Geschäfte aufmachen, sodass sich für die Gewerbetreibenden ganz neue Perspektiven eröffnen und die ohnehin malerische Innenstadt noch attraktiver werden kann.

Noch taufrisch ist der Bescheid des Werra-Meißner-Kreises, wonach jetzt auch Allendorf hoch offiziell als „Ausflugsort“ anerkannt ist und damit nach dem Hessischen Ladenöffnungsgesetz alle Voraussetzungen erfüllt, dass die Einzelhändler an Sonn- und Feiertagen um die Gunst der Kundschaft buhlen können.

Mit seinem positiven Bescheid reagierte der Kreis auf einen entsprechenden Vorstoß des erst seit drei Monaten amtierenden neuen Vorstands des Gewerbevereins „Handel(n) in Bad Sooden-Allendorf“ (HiB), gaben hoch erfreut die Vorsitzende Silvia Schmidt, Schriftführerin Dr. Evelyn Köhne und Kassiererin Andrea Stöber am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Hotel Werratal bekannt. Die drei dynamischen Damen decken die Bereiche Gewerbe, Freiberufler und heimische Wirtschaft ab und ergänzen sich in ihren Aufgabengebieten mit dem zweiten Vorsitzenden Markus Hamp (Kliniken) sowie den Beisitzern Christian Pelikan (Hotel- und Gaststättengewerbe) und Simone Runge für die örtlichen Banken.

Seinen Antrag auf Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auf den Stadtteil Allendorf habe der HiB-Vorstand „umfassend und vor allem überzeugend“ begründet, heißt es im Bescheid des Kreisausschusses. In der Tat waren und sind die Argumente des Gewerbevereins nicht von der Hand zu weisen. So wird wie in Bad Sooden auch in Allendorf Kurtaxe erhoben. Und auch der Gewerbesteuerhebesatz ist hier wie dort derselbe. Mit der Chancengleichheit hat es bislang allerdings gehapert.

Viele Beherbergungsbetriebe, argumentierte der HiB-Vorstand, befänden sich in Allendorf, ebenso zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Der Werra-Radweg führe durch Allendorf als beliebtes Etappenziel. Als Tourismusstandort Nummer 1 verzeichne Bad Sooden-Allendorf kreisweit die höchste Zahl an Fremdübernachtungen. Auch vor diesem Hintergrund dürfe die Stadt in ihrer Funktion für die Gäste nicht gespalten werden. Jetzt gelte es, die neue Perspektive für Handel und Gewerbe in Allendorf auch mit Leben zu erfüllen, betonten die Vorstandskolleginnen. Erster Schritt dazu ist eine Versammlung am Dienstag, 15. Juli, um 19.30 Uhr im Hotel Werratal, für alle Gewerbetreibenden aus Allendorf.

Von Chris Cortis

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