Paten unterstützen Schüler

Grundschule und Freiherr-vom-Stein-Schule schließen Vertrag mit „gemeinsam stark“

Patenschaften mit gefährdeten Schülern: Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (stehend) ist froh über den Kooperationsvertrag zwischen Stefanie Baierl (links), Schulleiterin der Grundschule, Jürgen Holzhauer (rechts), Schulleiter der Freiherr-vom-Stein Schule, und Jochen Bulawski vom Verein „gemeinsam stark“. Foto: Geier

Hessisch Lichtenau. Paten sind keine Therapeuten, keine Sozialarbeiter und keine Nachhilfelehrer – sie sind Ansprechpartner, Ratgeber und Wegweiser. Nach den Eltern stehen die Lehrer den Schülern am nächsten, sie können eine individuelle Betreuung aber nicht leisten.

Dafür setzt sich daher seit einiger Zeit schon an der Hessisch Lichtenauer Grundschule und der Gesamtschule der Verein „gemeinsam stark“ ein.

Zehn Schüler werden schon durch einen Paten betreut, der ihnen in Lebensfragen mit Rat und Tat zur Seite steht. Egal ob er ein Grundschüler ist, der unter der Trennung seiner Eltern leidet, oder ein Hauptschüler, der nicht weiß, wie es mit seiner beruflichen Zukunft weitergehen soll.

Die Grundschule Hessisch Lichtenau und die Freiherr-vom-Stein Schule sind nun mit dem Patenverein „gemeinsam stark“ eine Kooperation eingegangen. Ziel ist es, die Bildungschancen von Schülern mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien zu fördern. Die Schule entscheidet jeweils, welcher Schüler von einer Patenschaft profitieren soll. Jochen Bulawski, der ein ähnliches Projekt schon an der Offenen Schule Waldau begleitete, rief dieses Programm ins Leben. Er weiß, dass Kinder und vor allem Jugendliche jemanden an der Seite brauchen, wenn es mal nicht so gut läuft. Sie brauchen eine Bezugsperson, von den Eltern wollen sie aber keinen Rat annehmen. Dann ist ein Pate genau der richtige Ansprechpartner, denn im Idealfall, ist er selbst in seinem Leben schon einmal gestrauchelt.

„Wir suchen Personen, die vielleicht einmal selbst Fehlentscheidungen getroffen haben“, erklärt Bulawski das Konzept, „sie haben aber aus ihren Fehlern gelernt, sprechen aus Erfahrung und wirken deshalb auf den Jugendlichen glaubhaft.“ Der Kontakt zwischen Jugendlichem und Paten ist völlig individuell und auf den Bedarf abgestimmt. Man trifft sich so oft wie nötig und so lange das Kind oder der Jugendliche Rat und Hilfe braucht. Momentan verfügt der Verein über 25 Mitglieder. Für die Schulen ist das Projekt ideal, denn Lehrer können eine solche individuelle Betreuung vor allem über einen längeren Zeitraum nicht leisten. Gern unterschrieben die Schulleiter Jürgen Holzhauer und Stefanie Baierl am Montag einen Kooperationsvertrag, der die jeweiligen Zuständigkeiten genau festlegt. (zge)

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