Pilz vernichtet ganze Baumart: Eschenbäume sind kaum mehr zu retten

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Bäume sterben ab: Revierförster Gert Snethlage muss in Fürstenhagen tatenlos zusehen, wie der Pilz aus Ostasien seine Eschen befällt und diese langsam eingehen.

Hessisch Lichtenau. Die meisten Eschen im Werra-Meißner-Kreis sterben ab. Die Esche erkennt man nun an entblätterten Trieben und lichten Baumkronen. Die Ursache ist das Eschentriebsterben, das durch einen Pilz verursacht wird.

„Das Eschentriebsterben wurde 2010 festgestellt und hat sich dann rasant ausgebreitet“, sagt Forstamtsleiter Matthias Dumm. Der Pilz „Hymenoscyphus pseudoalbidus“ (Falsches Weißes Stängelbecherchen), der sich im Sporenflug durch die Luft verbreitet und die Bäume in der Entwicklung beeinträchtigt, bereitet den Förstern massive Probleme. Innerhalb von Monaten richtet er erheblichen Schaden im Eschenbestand an.

Der aus dem ostasiatischen Raum stammende Erreger hat sich vom Baltikum über Polen nach Deutschland ausgebreitet. Im Forstamt Hessisch Lichtenau stellt der Norden des Kreises einen Krankheitsschwerpunkt dar, wegen eines höheren Eschenanteils im Laubwald. Hans-Ullrich Henschke, Revierförster in Neu-Eichenberg, beobachtet das Schicksal der Esche seit vier Jahren. Seiner Schätzung nach habe er in seinem Revier 30 bis 40 Prozent Eschen, wahrscheinlich die Hälfte davon sei befallen. Vor allem die Jungbäume zeigten massive Schäden, mittlerweile sind es aber auch bis zu 150 Jahre alte Eschen, die erste Anzeichen zeigen. „Wir sind gegenüber dem Erreger hilflos“, meint Gerhard Scholz, Revierförster in Wendershausen

Für den Fortbestand der Esche in der Region, deren Anteil gering ist, sehen die Experten schwarz. „Wenn es mit dem Eschentriebsterben gut geht, überleben vielleicht drei Prozent der Baumart, wenn es schlecht geht nur ein Prozent“, sagt Hans-Ullrich Henschke. Groß sei der Schaden, den die Natur dabei nehme. Aus Gründen der Verkehrssicherheit werden stark befallene und instabile Eschen gefällt. Neue Eschen werden gar nicht mehr angepflanzt.

Von Christiane Geier 

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