Angeblich auch ein Mädchen im Auto gefesselt

Polizei hat Zweifel an Entführungsversuch: Junge bleibt bei Aussage

Großalmerode. Im Fall des aus Großalmerode gemeldeten Entführungsversuchs hat die Polizei erhebliche Zweifel an der Darstellung des betroffenen Jungen. Das teilt Polizeisprecher Reiner Lingner jetzt mit.

Der Zehnjährige blieb bei einer Vernehmung am Mittwoch bei seiner Aussage, die er am Montag bereits bei der Polizei in Hessisch Lichtenau gemacht hat. „Demnach sei er gegen 17 Uhr mit seinem Fahrrad auf der Kasseler Straße in Großalmerode unterwegs gewesen, als ein schwarzer Fiat neben ihm angehalten haben soll, ein Mann ausstieg, den Jungen an den Hüften packte und auf den linken Rücksitz setzte“, berichtet Lingner. Im Auto sollen sich zudem eine Frau und ein 13- bis 14-jähriges Mädchen befunden haben, letzteres soll eine Tüte auf dem Kopf gehabt haben und an den Händen gefesselt gewesen sein. Das Mädchen soll laut um Hilfe geschrien haben. „Seinen Angaben nach konnte der Junge entkommen, weil er heftig nach dem Mann trat und ihn dabei auch verletzte“, so Lingner weiter.

Bislang ist unklar, ob sich dieser Vorfall tatsächlich so ereignet hat. „In einigen Details widersprach sich der Zehnjährige mehrfach“, so Lingner. Nach Angaben des Jungen hat er sich nach seiner Flucht in einem Gebüsch versteckt und wurde dort von einer 50- bis 60-jährigen Frau angesprochen, ob alles in Ordnung sei. Laut Lingner gibt es aber am angegebenen „Tatort“ kein solches Gebüsch, auch habe sich die Frau nicht bei der Polizei gemeldet. „Es liegen keinerlei Erkenntnisse über ein vermisstes oder entführtes Mädchen in dem beschriebenen Alter vor“, so der Polizeisprecher. Das Autokennzeichen, das der Junge beschrieben hat, sei für ein Motorrad ausgegeben.

Da sich der Vorfall an der stark befahrenen undvon Fußgängern stark frequentierten Straße in der Ortsmitte ereignet haben soll, hofft die Polizei nun, mit Hilfe von Zeugen Licht in den Fall zu bringen.

Hinweise: Kripo Eschwege, Tel. 05651/9250.

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