Wegen Pferdesteuer: Eklat am Rande der Sportlerehrung

Aus Protest: Reiterinnen geben Plaketten zurück

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Protest gegen die Pferdesteuer: Christiane Winkelmann (von links) für ihre Tochter Clara und Dr. Lisa Kruse gaben ihre Plaketten und Urkunden für herausragende Leistungen an Bürgermeister Frank Hix zurück.

Bad Sooden-Allendorf. Eklat am Rande der Sportlerehrung in Bad Sooden-Allendorf: Aus Protest gegen die Pferdesteuer haben zwei erfolgreiche Reiterinnen Medaillen zurückgegeben.

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Die beiden höchst erfolgreichen und engagierten Amazonen des Reit- und Fahrvereins Bad Sooden-Allendorf gaben in einem symbolischen Akt Ehrenplaketten und Urkunden zurück, die sie vor Jahren für herausragende Leistungen von der Stadt erhalten hatten.

Damit protestieren sie gegen die von der Kurstadt als bundesweit erster Kommune eingeführte Steuer.

Dr. Lisa Kruse (28) war persönlich da und Clara Winkelmann (26), die durch ihre Mutter Christiane vertreten wurde, drückten einem sichtlich betroffenen Bürgermeister Frank Hix (CDU) die Trophäen in die Hand, die dieser „traurigerweise“ auch entgegennahm.

Hix, der kurz zuvor in der Veranstaltung noch die „hervorragende Jugendarbeit“ der örtlichen Sportvereine gelobt hatte, musste sich anhören, dass bei der Entscheidung des Stadtparlaments pro Pferdesteuer der sportliche Aspekt „völlig außer Acht“ gelassen worden sei, wie es Christiane Winkelmann formulierte.

Und auch die promovierte Agrarwissenschaftlerin und Dozentin für Pferdemanagement an der Hochschule Osnabrück, Lisa Kruse, befand, dass mit der neuen Steuer der Jugendförderung im Pferdesport ein Bärendienst erwiesen worden sei.

Clara Winkelmann, die seit Jahren schon international in der Dressur startet, ließ zugleich wissen, dass sie ab sofort für Bad Sooden-Allendorf nicht mehr antrete.

„Sehr schade“, sagte ein wortkarger Frank Hix. (red/bf)

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