Nonnen sind besonders bedroht

Schleier erhöhen die Brustkrebsgefahr

Bad Sooden-Allendorf. Nonnen sind in Deutschland die Berufsgruppe mit der höchsten Brustkrebsrate. Das liegt weniger daran, dass die Ordensfrauen in aller Regel keine Kinder zur Welt bringen und deshalb auch nicht stillen.

Vielmehr haben sie es mit einem großen Mangel an Vitamin D zu tun, weil ihre schwarzen Kutten nur das Gesicht unverhüllt lassen und kaum Sonnenlicht auf ihre Haut trifft. Mit diesen Thesen konfrontierte der Internist Dr. med. Volker Schmiedel (Kassel) die Teilnehmer der 35. Soodener Gespräche an der Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf.

Volker Schmiedel

Aus demselben Grund, so der Chefarzt der Habichtswald-Klinik, gehöre die totale Verschleierung islamischer Frauen verboten. Das sei „Körperverletzung“. Vitamin D, das der Mensch zu 80 Prozent aus dem UV-Licht der Sonne und zu 20 Prozent über die Nahrung aufnehme, sei nämlich fast schon so etwas wie eine Allzweckwaffe gegen Erkrankungen. In ausreichender Menge senke es den Blutdruck, schütze die Nervenzellen, bremse Krebsentwicklung, verhindere Metastasenbildung, erhöhe die Überlebensrate von Herz-Kreislauf-Patienten, wirke gegen Demenz und Infekte, halbiere das Risiko einer Influenza, helfe bei Rheuma, Multipler Sklerose und Depressionen und verringere bei HIV-Infizierten die Gefahr, dass Aids ausbreche.

90 Prozent aller Deutschen, so Dr. Schmiedel, litten im Winter an einem Mangel von Vitamin D, im Sommer immer noch 60 Prozent. Bei Senioren über 65 Jahren sei der Mangel noch signifikanter. 94 Prozent der Männer und sogar 97 Prozent der Frauen seien davon betroffen. Weil Sonne und Nahrung nicht ausreichten, den Bedarf an Vitamin D zu decken, sei die zusätzliche Einnahme von Vitamin D-Präparaten angezeigt. Der individuelle Bedarf könne durch Untersuchungen leicht ermittelt werden.

Ausdrücklich ermunterte der Facharzt seine Zuhörer, die Sonne - anders als vielfach empfohlen wird - eben nicht zu meiden. Wörtlich: „Alles, was unterhalb des Sonnenbrandes ist, tut dem Körper gut.“ Schon ein Sonnenschutzmittel mit dem Schutzfaktor 8 blockiere vollständig die Bildung von Vitamin D. Sehr günstig auf den Vitamin D-Spiegel wirke sich der Verzehr von Fisch, besonders von fetter Makrele, aus. Andererseits hätten Veganer ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. (zcc)

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