Nach Standortwechsel telefonisch nicht mehr erreichbar

Kein Anschluss unter dieser Nummer: Telekom lässt Handwerker warten

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Gekappte Verbindung: Erwin Landau kann in seiner Firma seit einem Monat nicht mehr telefonieren.

Hessisch Lichtenau. Telefonisch einfach mal nicht erreichbar zu sein, mag in einigen Situationen erholsam sein – für die Firma Elektro Landau in Hessisch Lichtenau ist genau dieses Szenario seit nunmehr einem Monat bitterer Dauerzustand.

Die in Velmeden ansässigen Unternehmer verlegten ihren Firmensitz im November in das neue Gewerbegebiet in Hessisch Lichtenau, um zu erweitern und zusätzlich einen Handel für Tierfuttermittel zu eröffnen. Seit nunmehr einem Monat ist die Firma telefonisch nicht mehr erreichbar.

Elektromeister Erwin Landau (57) beantragte bei der Telekom die Umlegung des alten Anschlusses, da die alte Rufnummer erhalten bleiben sollte. Am 26. November kappte die Telekom den Anschluss in Velmeden. Doch der Neue lässt bis heute auf sich warten. „Ich habe schon von dem Gerücht gehört, dass wir pleite gegangen sind“, sagt Landau und schüttelt den Kopf. „Die Kunden können uns nicht erreichen, also denken sie wir wären weg.“ Wer die vierstellige Rufnummer des Unternehmens 4854 wählt, bekommt lediglich die automatisierte Durchsage „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ zu hören.

Der Umsatz leidet

Der telefonischen Unerreichbarkeit zum Trotz kommen Kunden. Doch der gewohnte Umsatz, ganz zu schweigen vom Weihnachtsgeschäft bleibt aus. Einbußen, die das Unternehmen mehr als 1000 Euro pro Tag kosten, vermutet der Elektromeister. Am 17. November eröffnete der neue Standort am Hambacher Weg. Bis dahin sollte der Anschluss längst freigeschaltet sein. Wenige Tage vor dem Termin, stellt die Telekom dann fest, dass das benötigte Erdkabel, ein hundertpaariges Telefonkabel, im Hambacher Weg überhaupt noch nicht verlegt ist.

Eine von der Telekom beauftragte Firma zieht das fehlende Kabel am Tag nach der Eröffnung. Nun steht dem neuen Anschluss laut Telekom nichts mehr im Weg und man verspricht schriftlich, am 28. November einen Installateur zu schicken. Der Tag verstreicht jedoch ohne Besuch von der Telekom. Nicht einmal eine Absage sei gekommen, moniert Landau. Seither versucht er täglich beim Telefonanbieter Antworten zu bekommen.

Die einzige Auskunft die Erwin Landau bekommt ist, dass es sich um ein technisches Problem handele und man den Fall nun an den Vorstand weitergereicht habe. Der Bitte, zumindest den alten Anschluss in Velmeden übergangsweise wieder freizuschalten, könne die Telekom nicht nachkommen.

„Ich bin diesen irsinnigen Warteschleifenmarathon leid“, schimpft Landau und zählt zehn Namen von Telekom-Mitarbeitern auf, die er schon am Hörer hatte. „Wer kommt für den Ausfall auf, den ich allein durch diese ganze Telefoniererei habe?“ Ganz zu schweigen von den verlorenen Aufträgen und den zusätzlichen Werbekosten. 4000 Euro sind mittlerweile in Werbeflyer geflossen, um die Kunden nun ersatzweise auf private Handynummern aufmerksam zu machen.

Erwin Landau hat inzwischen eine Anwältin eingeschaltet, in der Hoffnung, ein Rechtsvertreter findet bei der Telekom mehr Gehör.

Das sagt die Telekom

Auf Recherche der HNA hin, hat sich die Telekom bei Herrn Landau für die entstandenen Probleme entschuldigt. Man sicherte ihm zu, dass er bis zum 17. Dezember einen Anschluss unter seiner alten Rufnummer bekommen wird.

Von Sina Hühne

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