Schwester der Totdranken sammelt mit der Elternhilfe Spenden für die Chemotherapie

Selam hat kaum noch Zeit

Kämpft ums Überleben: Die 19-jährige Selam Tesfay benötigt dringend medizinische Behandlung, die ihr in ihrer Heimat Eritrea nicht gegeben werden kann. Foto:  privat/nh

Hessisch Lichtenau. 45 000 Euro sind eine Menge Geld. Im Vergleich zu einem Menschenleben erscheint die Summe jedoch gering. Und eben dieser Betrag könnte das Leben einer jungen Frau aus Eritrea retten. Die Diagnose Leukämie traf Selam Tesfay wie aus heiterem Himmel. Gerade hatte die 19-jährige lebenslustige und bildhübsche Frau ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften in der Hauptstadt Asmara begonnen. Nachdem die junge Studentin wochenlang unter Übelkeit litt und von Tag zu Tag schwächer wurde, fuhr sie nach Khartum im benachbarten Sudan.

Selam hat ALL (akute lymphatische Leukämie). In einem der ärmsten Länder Afrikas ist das eigentlich ein Todesurteil. Die Medikamente zur Behandlung des Blutkrebses sind teuer – so teuer, dass Selams Familie die Kosten nicht mehr tragen kann. Die Behandlung musste deshalb eingestellt werden. Dadurch schreitet die Krankheit weiter voran. Wenn Selam in den kommenden Wochen nicht behandelt wird, könnte sie den Kampf schon bald verloren haben.

Doch ihre ältere Schwester gibt nicht auf. Die medizinische Fachangestellte, die bei Dr. Klaudia Ress in Hessisch Lichtenau arbeitet, sammelt Spenden, um die 78 000 Euro teure Chemotherapie zu finanzieren. Unterstützt wird sie dabei von der Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen. „Wir haben jetzt 33 000 Euro zusammen“, sagt Harald Germandi. Allein 15 000 Euro seien von Elternhilfe-Spendern bereitgestellt worden. Und die Matthias-Kaufmann-Stiftung habe ebenfalls 5 000 Euro verbindlich zugesagt.

Es ist ein Kampf gegen die Zeit. Zwar stünde die Elterhilfe im Gespräch mit dem Uni-Klinikum Göttingen, um die Kosten zu senken, aber das kostet Zeit. Zeit, die Selam nicht hat. „Wir hoffen auf ein Forschungsbett, warten aber noch auf die Entscheidung des Gesamtvorstandes“, sagt Germandi. Die Hälfte der Behandlungskosten könnten sofort bereitgestellt werden. Den Rest könnte die Elternhilfe derzeit aber nur über Raten abstottern. Die Unterkunft und alle anderen anfallenden Kosten seien bereits über den Sozialfonds der Elternhilfe gedeckt. „Je schneller wir handeln, desto höher sind Selams Chancen, geheilt zu werden“, erklärt Germandi und hofft auf weitere Spenden aus der Bevölkerung, um Selam endlich die Chemotherapie zu ermöglichen und ihr somit die Chance auf eine Zukunft zu geben. Spenden: Elternhilfe für das krebskranke Kind, Volksbank Göttingen, BLZ: 260 900 50, Kto: 169 770 603, Stichwort: Selam. Kontakt zum Verein: 05 51 / 37 44 94, E-Mail: info@elternhaus-goettingen .de.

Von Alia Shuhaiber

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