Laut Vogt Platz für zu viele Flüchtlinge

Unterkunft Senkefeld: Stadtrat verweigert Unterschrift

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Hessisch Lichtenau. Im Hessisch Lichtenauer Gewerbegebiet Senkefeld ist seit fast einer Woche mit den Bauarbeiten für die geplante Flüchtlingsunterkunft begonnen worden.

Allerdings ist der Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Regierungspräsidium (RP) Kassel noch immer nicht unterzeichnet.

Grund dafür: Der Erste Stadtrat Heinz E. Vogt verweigert die Unterschrift. „Ich bin der Meinung, dass eine Stadt von der Größenordnung Hessisch Lichtenaus maximal eine Zahl von 1000 Flüchtlingen verträgt. Jetzt werden Voraussetzungen für eine Anzahl von 2000 Menschen allein im Senkefeld geschaffen. Bei allem Verständnis für die Situation der Menschen - aber das ist eine deutliche Überlastung, und die trage ich nicht mit“, sagt Vogt. Er hat den Plan mit der Konzeption der Hallen gesehen. Dort sollen laut Vogt wohl nicht, wie laut RP-Chef Dr. Walter Lübcke berichtet, zwei große, sondern etwa zehn kleinere Hallen für weit mehr als die angekündigten 1000 bis 1500 Menschen entstehen.

RP-Sprecher Harald Merz bestätigt, dass mehr als zwei Hallen gebaut werden. Wie viele es genau sind, sei noch nicht klar. Die Fläche sei für 1000 Flüchtlinge vorgesehen. Im Notfall kann die Anzahl laut Merz temporär bis auf 1500 Menschen steigen. Die Einrichtung am Senkefeld diene der späteren Entlastung der Zeltstadt am Sportplatz. Wie mehrere Stadtverordnete berichten, fiel der Beschluss, den Vertrag abzuschließen ohne, dass das Parlament den Inhalt und die Größenordnungen kannte. Merz bestätigt, dass in Vorgesprächen mit der Stadt ein Einvernehmen über die vertragliche Ausgestaltung der Pachtverträge erzielt wurde. Die Verträge stünden kurz vor der Unterzeichnung.

Da Vogt seine Unterschrift verweigert, muss ein neuer Stadtrat gefunden werden, der den Vertrag unterschreibt. Bürgermeister Herwig wollte hierzu keine Stellung nehmen. Nach der Reihenfolge im Magistrat wäre Michael Heußner (CDU) der nächste mögliche Unterzeichner. 

Von Leona Nieswandt und Kathrin Bretzler

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