Im Schürzeberg-Tunnel wird die technische Ausstattung ergänzt und verbessert

Sicherer für Behinderte

Umfangreiche Sanierung in der Hauptröhre: Nachdem die Fahrbahn im Tunnel abgefräst ist, werden derzeit die schweren Gehweg-Elemente samt den Schlitzrinnen ausgebaut. Das schauen sich hier Leiter Günther Schmidt vom Kompetenz-Center Tunnel des Straßen- und Verkehrsmanagements Hessen-Mobil in Eschwege (rechts) und Projektbearbeiter Sascha Salzmann an. Foto: Forbert

Oberrieden. Staub ist im Schürzeberg-Tunnel bei Oberrieden in den vergangenen Tagen viel angefallen. Denn seit das B-27-Stück vor vier Wochen für den Verkehr gesperrt wurde, wurde die Fahrbahn abgefräst und ein Teil der Technik ausgebaut. Und die Arbeiten sind noch längst nicht beendet. Bis Dezember muss der Tunnel gesperrt bleiben, sagt Günther Schmidt, der Leiter des Kompetenz-Centers Tunnel bei HessenMobil in Eschwege. Und im Frühjahr noch einmal für vier Wochen.

Der 1992 in Betrieb gegangene Tunnel wird derzeit nach den jüngsten Richtlinien zur Sicherheit saniert und nachgerüstet. Neben der Nachrüstung der Hauptröhre mit zwei Notrufkabinen wird ein 235 Meter langer Fluchtstollen von Süden her in den Schürzeberg getrieben. Der Anstich ist für August vorgesehen.

Zurzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die Hauptröhre. Die alten 15 Zentimeter hohen Gehweg-Kappen werden komplett entfernt und anschließend durch nur noch drei Zentimeter hohe ersetzt. Dadurch wird auch Rollstuhlfahrern ermöglicht, den Gehsteig zu benutzen - im Notfall. Denn ansonsten ist das Durchqueren des Tunnels nur per Fahrzeug erlaubt. Auch die Notrufkabinen werden behindertengerecht hergestellt. Eine Kabine für vor dem Verkehrslärm etwas abgeschotteten Telefonkontakt zur Notruf-Leitzentrale gab es bereits, zwei weitere werden nun in die Tunnelwand gebrochen.

Wände und Fahrbahn heller

Ferner werden Orientierungshilfen für Sehbehinderte im Bereich der Fluchtwege und der Notrufkabinen installiert. Ebenso soll die Kennzeichnung der Fluchtwege aktualisiert, unter anderem durch LED-Technik heller werden. Und Brandnotleuchten sollen zukünftig den Fluchtweg ausleuchten.

Außerdem steht die Sanierung der inneren Betonschale bis zu einer Höhe von vier Metern auf dem Auftragszettel. „Die Beschichtung ist nicht mehr hell genug“, erläutert Projektbearbeiter Sascha Salzmann von HessenMobil. Wenn die Röhre demnächst heller ist - übrigens auch die Fahrbahndecke -, kann die Beleuchtung heruntergefahren werden. Nebeneffekt: Es werde Energie gespart. (sff)

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