Rockband Root 65 begeistert Publikum mit Musik-Repertoire der 70er-Jahre

Sie sind keine alten Eisen

+
Rock´n Roll: Die Band Root 65 legte sich bei ihrem Konzert im Bürgerhaus in Hessisch Lichtenau mächtig ins Zeug.

Hessisch Lichtenau. Sie haben, wie sie selbst sagen, die Krücken zur Seite gelegt und die Rheumasalbe in der untersten Schublade verschwinden lassen. Und sie zeigten im Bürgerhaus in Hessisch Lichtenau zu welchen Top-Konzerten diese Rockveteranen von echtem Schrot und Korn noch fähig sind.

Die Rede ist von der Gruppe Root 65, deren musikalische Anfänge in die Zeit von Uriah Heep, Chuck Berry und Little Richard zurückreichen. Die Rockband feierte in den Siebzigern große Erfolge, legte dann eine 30-jährige Pause ein und kehrte 2002 in der Originalbesetzung auf die Bühnen dieser Welt zurück. Root 65, das waren jetzt bei ihrem Auftritt im Bürgerhaus Frontmann Gerd Koch, Jochen Balowski (Bass), Gitarrist Darco Sertic, Drummer Marco Behr und Keyboarder Robert Schneider. Einige der Hauptdarsteller haben schon die Sechzig deutlich überschritten, was sie aber keinesfalls daran hinderte, authentischen lautstarken Rock mit viel Tempo, aber auch wenn nötig, mit großem Einfühlungsvermögen zu präsentieren.

Schade, dass die Besucherresonanz an diesem Abend nur sehr bescheidene Ausmaße annahm. Gezählte 112 Fans verfolgten ein klasse Konzert, das eine würdigere Kulisse wahrlich verdient gehabt hätte. Diejenigen, die die Musik von Creedence Clearwater Revival, Deep Purple, Animals, Manfred Man, Steppenwolf oder Jethro Tull lieben, waren feierwillig, tanzten richtig ab und genossen das Konzert in vollen Zügen.

Spätestens beim vierten Lied, bei der Version von Proud Mary hatte sich das Quintett so richtig warm gespielt und zeigte Gerd Koch über welch großartige, manchmal leicht rauchige und bisweilen röhrende und fetzige Stimme er verfügt. Nach der Interpretation des Klassikers Mighty Quinn ging dann bei „Smoke on the water“ so richtig die Post ab und zeigte sich das Publikum hellauf begeistert. Gerd Koch und seine Mitstreiter zogen anschließend alle Register ihres großen musikalischen Könnens und boten mit Songs wie „The house of the rising sun“, „With a little help from my friends“, „Born to be wild“ oder Allright now“ einen Höhepunkt nach dem anderen.

Dem Publikum gefiel das Konzert prächtig. „Die Musik, die die Jungs spielen ist wirklich toll, traurig ist, dass nur so wenige gekommen sind“, sagte Sigrid aus Reichenbach. „Die Lieder gefallen mir absolut, weil ich selbst zur Rock’n’ Roll-Generation gehöre“, genoss Elke aus Fürstenhagen den Auftritt. Ebenfalls begeistert war der Lichtenauer Jörg. Ihm hat der Song „All or nothing“ von den Small Faces besonders gut gefallen.

Fazit: Die Freunde des guten alten Rock‘n Roll hatten ihren Spaß, während diejenigen, die auf dem Sofa sitzen geblieben sind, einen stimmungsvollen Ausflug in die Zeit der Siebziger verpasst haben.

Von Siegfried Görk

Kommentare