An der Werra in Kleinvach hat die Ernte des edlen Gemüses noch rechtzeitig begonnen

Auf den Spargel, fertig, los

Routiniert und mit Fingerspitzengefühl: Dieser polnische Arbeiter sticht im zehnten Jahr Spargel bei Klenkes in Kleinvach. Foto: Mayer

Kleinvach. Am vergangenen Freitag wurde auf dem Hof Klenke in Kleinvach der erste Spargel gestochen. Die gute Nachricht gleich vorab: „Es wird eine gute Ernte und von einer Verspätung kann keine Rede sein“, sagt Tobias Klenke. Der Eindruck sei beim Verbraucher entstanden, weil 2012 die Spargelsaison ungewöhnlich früh begonnen habe.

Seit elf Jahren bauen Klenkes das sogenannte Königsgemüse in der Werra-Aue an, sechs Hektar sind es. Schwerer Boden ist das, der das Wasser und die Nährstoffe besser hält, denn von oben kommt kein Wasser wegen der Folien- und Tunneltechnik. Die sorgt für Temperaturen um die 30 Grad in den angehäuften Dämmen. Vier polnische Spargelstecher, die schon seit Jahren nach Kleinvach kommen und nahtlos bis zur Erdbeerernte bleiben, decken täglich 30 Kilometer Dämme ab und schauen nach Spargelspitzen.

Bei Klenkes sind es die holländischen Sorten Geilim, Backlim und White Angel. Die ältesten Pflanzen sind jetzt in der sechsten Ernte, nach zwölf bis 15 Jahren ist Schluss mit ihnen, muss neu angebaut werden, erläutert Tobias Klenke. Aus einem Cluster wachsen bis zu 20 Stangen, die nicht ganz unten gestochen werden, um mit dem Rest neue Kraft für die nächste Saison zu tanken.

Etwa 70 Tage dauert die Saison bis zu Johanni am 24. Juni, bis dahin werden im bundesdeutschen Durchschnitt 3500 Kilo Spargel pro Hektar geerntet. Je nach Temperatur sind die Männer täglich drei bis 14 Stunden auf dem Feld, stechen pro Kopf zwischen zehn und 70 bis 80 Kilo Spargel.

Zehn Euro kostet ein Kilo der ersten Wahl im Hofladen, 3,50 Euro der Suppenspargel. Es gibt ihn auch auf den Wochenmärkten in Eschwege und Allendorf, im Restaurant in Kleinvach kann man ihn gleich essen, à la carte oder Freitag bis Sonntag vom Buffet. Das Zelt wurde abgeschafft, jetzt ist die Terrasse überdacht.

Nächstes Jahr mehr Fläche

Im nächsten Jahr wollen Klenkes die Anbaufläche um 2,5 Hektar erweitern, weil sie als einziger Spargelanbauer dieser Größenordnung in der Region übriggeblieben sind, Graf Dönhoff in Schwebda hat sich vom Spargel verabschiedet.

Von Helmut Mayer

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