Stadtwerke schließen DRK-Altenheim und VR-Bank an Nahwärme an

Stützen fürs Wärmenetz

+
Bald fließt Nahwärme: Uwe Linnenkohl (von links, VR-Bank), Thomas Meil (Stadtwerke), Jürgen Vogelei (DRK), Stefan Fross (VR-Bank) und Erich Reiser (DRK) stehen vor der Baustelle des Altenheims an der Wickfeldtstraße, in die demnächst neue Leitungen verlegt werden.

Witzenhausen. Deutlich will die Stadt Witzenhausen ihren Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid senken. Dazu soll das Nahwärmenetz einen gehörigen Beitrag leisten. „Wenn man das Netz ausbauen will, braucht man große Stützpfeiler“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Meil. Gefunden sind die nun mit dem im Bau befindlichen Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der VR-Bank Werra-Meißner.

In den kommenden 20 Jahren werden die Stadtwerke diese beiden großen Kunden mit Nahwärme versorgen. Entsprechende Verträge sind jetzt unterzeichnet worden. „Ohne DRK und VR-Bank wäre ein Ausbau des Netzes in der Wickfeldtstraße nicht möglich“, sagt Meil. Der Stadtwerke-Geschäftsführer verspricht sich davon einen Impuls, dass weitere Privathaushalte ebenfalls Nahwärme beziehen.

Die Stadtwerke beginnen mit dem Bau der Leitungen vom Blockheizkraftwerk an der Fährgasse durch die Wickfeldtstraße in den kommenden Tagen. Während des ersten Bauabschnitts bis zur Gartenstraße wird die Wickfeldtstraße halbseitig gesperrt, bleibt aber befahrbar.

Dafür nimmt der Energieversorger 250 000 Euro in die Hand. Weitere 300 000 Euro werden in neue Kesselanlagen im Kraftwerk investiert. Die Bauarbeiten sollen Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres beendet sein. Ausschlaggebend dafür seien die Witterungsverhältnisse.

Zwar sei Nahwärme derzeit auf einem ähnlichen Preis-Niveau wie Gas, sagt Meil. Aber die Stadtwerke können großen wie kleinen Kunden eine verlässlichere Preisentwicklung garantieren. Der Nahwärme-Preis sei etwa zur Hälfte an den Ölpreis gebunden, der andere Teil sei festgeschrieben.

Großen Abnehmern wie DRK und VR-Bank könne man bessere Konditionen bieten, aber auch Privathaushalten sollen voraussichtlich ab Oktober in den Genuss eines neuen Preis-Systems kommen. Dann werde es „deutlich günstiger“, verspricht Meil.

Gerade bei den Verhandlungen mit Kostenträgern über die Höhe von Pflegesätzen böten langfristig verlässliche Preise Planungssicherheit, sagt DRK-Vorsitzender Jürgen Vogelei. Zudem sei die Heizanlage kleiner als herkömmliche Anlagen. So sind im Keller des Altenheims 60 Quadratmeter zusätzlich zur Verfügung.

Ähnlich sind die Vorteile für die VR-Bank mit der Filiale an der Gelsterstraße. Doch es gehe nicht allein darum, sondern auch um Klimaschutz, sagt Vorstand Uwe Linnenkohl. „Wir wollen, dass es sich herumspricht.“ HINTERGRUND

Von Claas Michaelis

Kommentare