Ein echtes Kassettenkind

Sven Schreivogel aus Hebenshausen ist Hörbuchautor, Produzent und Regisseur

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Sven Schreivogel (41) und seine geliebte ARRI 16 ST: Mit ihr hat der Regisseur, Produzent und Hörbuchautor Teile seines Handwerks gelernt. Auf der heimischen Terrasse vor der Kulisse von Hebenshausen kommt er auf die Ideen für seine Manuskripte und Drehbücher.

Hebenshausen. Dank ihm sind der Hohe Meißner und Neu-Eichenberg auch in der Hörspielszene bekannt: Denn wenn Sven Schreivogel morgens seinen Laptop aufklappt und anfängt zu arbeiten, macht er das mit Vorliebe auf der heimischen Terrasse in Hebenshausen mit Blick auf den Ort.

Die Region als Kulisse ist eine große Inspiration für seine Produktionen, sagt der Schauspieler, Regisseur, Produzent und Hörbuchautor.

Seit 1979 lebt Sven Schreivogel mit seinen Eltern in Hebenshausen. Als echtes "Kassettenkind" konnte er schon früh Hörspiele rezitieren, was sein Interesse an Schauspiel und die Möglichkeiten, mit Sprache Geschichten zu gestalten, geweckt hat. Als das Hörspiel in den 1990er-Jahren wieder aufkam, hat Schreivogel seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit 2002 sind so über 50 Hörbücher und Hörspiele entstanden.

Von Hause aus sei er ein Schreiberling, sagt Sven Schreivogel über sich selbst. Er verfasst Filmdrehbücher, arbeitete als Journalist und schreibt Hörspielmanuskripte. Zudem hat er eine Schauspielausbildung in Göttingen gemacht. Richtig festgelegt ist Schreivogel aber nicht im Film- und Hörspielbereich hat er schon nahezu jede Rolle besetzt und neben Regie und Produktion als Sprecher, Autor, Kameramann und Tontechniker gearbeitet.

Für seine Tonaufnahmen hatte Schreivogel schon Schauspieler wie Horst Janson, Ingrid Steeger oder Ilja Richter vor dem Mikrofon, die er ganz anders als im Fernsehen kennengelernt hat. Ingrid Steeger zum Beispiel sei privat eher keine Ulknudel, verrät er. Von weiteren Weggefährten Schreivogels kennt man weder Name noch Gesicht, die Stimmen allerdings sind vielen vertraut: Der Hörspielmacher hat schon mit Robert Missler, die Stimme von Grobi aus der Sesamstraße, oder Hartmut Neugebauer gearbeitet, der Rubeus Hagrid für die Harry-Potter-Filme seine Stimme lieh.

Die Anekdoten, die Sven Schreivogel über seine Karriere erzählt, klingen zum Teil wie aus einem Drehbuch: Für eine Filmszene benötigte er einmal die Aufnahme eines Hausbrandes. Da allerdings gerade kein brennendes Haus zur Verfügung stand, hat er Heu in den heimischen Kamin geschüttet und angezündet, die Abzugsluke zugedreht und sich draußen mit der Kamera postiert. Als er mit einem Ruck die Fenster öffnete, zog der Rauch plötzlich nach draußen und die Szene war im Kasten. Das war aber nur ein kleiner Trost für seine schockierten Eltern, die in diesem Augenblick nach Hause kamen.

Neben seinen Hörbüchern hat Schreivogel Imagefilme über Neu-Eichenberg und Witzenhausen gedreht. Ein Imagefilm über ihn selbst sei "vermutlich ziemlich langweilig", sagt er. Dass das, was er tut, aber kein bisschen langweilig ist, weiß Sven Schreivogel genau. Doch ein bisschen Inszenierung gehört in der Branche eben dazu.

Von Sina Beutner

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