Noch ist die Spargelsaison nicht im Verzug, aber es dürfte langsam losgehen

Trick mit Folie nutzt nichts

Kontrollblick noch vergeblich: Tobias Klenke arbeitet auf einem Teil seiner Spargelfläche mit Folie und Tunnel. Aber auch mit dieser Gewächshaussimulation lässt sich der Spargel nicht früher aus der Erde locken. Foto: Mayer

Kleinvach. Wer an den Osterfeiertagen Spargel für das Festmahl eingeplant hatte, musste auf Importware aus Griechenland oder anderen warmen Ländern zurückgreifen.

Dem zeitigen Beginn der Spargelsaison macht der eiskalte Ostwind einen dicken Strich durch die Rechnung.

Auf dem Hof Klenke in Kleinvach wartet man händeringend auf besseres Wetter. Normalerweise hätten Friedrich und Sohn Tobias Klenke auf ihren Feldern zwischen B 27 und Werra Anfang April den ersten unter Folien gereiften Spargel gestochen. Doch in Anbetracht des winterlichen Wetters rechnen sie damit, dass die Kunden frühestens in zwei bis drei Wochen in den Genuss der weißen Stangen kommen werden. Vorausgesetzt, es wird wärmer. Zwar schlägt der Landwirt dem Wetter seit Jahren ein Schnippchen, indem er die Saison durch den Einsatz von schützenden Folien verlängert. Doch bei der momentanen Wetterlage nützt dieser Trick auch nichts.

Über der üblichen schwarzen Folie, die auf den Erdhaufen aufliegt, schwebt, gehalten von Draht, eine zweite weiße Folie. Die Luft im Zwischenraum, dem Tunnel, kann bis zu 50˚ heiß werden, wie im Gewächshaus. Ungefähr sechs Hektar, das sind 15 bis 18 Reihen, haben Klenkes unter Folie und Tunnel, darunter hat der Spargel schon vor 14 Tagen getrieben.

Mindestens acht Tage Wärme am Stück müssten kommen, sagt Friedrich Klenke, aber das sei ja wohl bei den momentanen Voraussagen nicht in Sicht. Ein Erntebeginn Mitte April sei immer noch im normalen Bereich, man dürfe nicht die beiden letzten Jahre als Maßstab nehmen, weil es da extrem früh losging. „2012 haben wir am 27. März begonnen, das war Rekord“, erinnert sich Friedrich Klenke.

Neben dem ersehnten warmen Wetter tagsüber dürfte es auch keine kalten Nächte mehr geben, hoffen Klenkes. Dann steht einer Saisondauer von gut zwei Monaten nichts mehr im Wege, mit der Tunneltechnik kann sie im günstigsten Fall sogar einige Tage über den 24, Juni hinaus gestreckt werden. An Johanni ist traditionell Schluss mit dem Spargelstechen.

Mit dem Wetter nicht mehr rumärgern müssen sich Dönhoffs in Schwebda. Christian Graf Dönhoff und sein Sohn Patrick haben den Spargelanbau nach 15 Jahren eingestellt.

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