Umstrittene Windkraft: 100 Besucher bei Initiative „Pro Hirschberg-Kaufunger Wald“

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Besucher bei der Bürgerinitiative: Am Freitagabend kamen rund 100 Zuhörer nach Kleinalmerode zur Informationsveranstaltung der Gruppe „Pro Hirschberg-Kaufunger Wald“. Sie warnt vor dem möglichen Bau von Windrädern am Mühlenstein.

Kleinalmerode. Das Thema Windkraft bewegt die Menschen - vor allem, wenn Windenergieanlagen vor der eigenen Haustür errichtet werden sollen.

Jüngstes Beispiel: Eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI) „Pro Hirschberg-Kaufunger Wald", die am Freitag rund 100 Interessierte aus dem Werra-Meißner-Kreis nach Kleinalmerode lockte.

Anlass für die Veranstaltung im Bürgerhaus waren nach Aussage der BI-Sprecher die Pläne eines Darmstädter Energieversorgers, auf dem Höhenzug „Mühlenstein“ oberhalb von Kleinalmerode zehn Windenergieanlagen mit einer Höhe von jeweils 200 Metern zu bauen. In seinem Vortrag „Windkraft im Kaufunger Wald - Sinn oder Unsinn“ erläuterte der Großalmeröder Ingenieur Dr. Detlef Ahlborn, dass der Antrag für diesen in Zukunft weithin sichtbaren Windpark „völlig an den Bürgern vorbei“ gestellt worden sei. „Dabei würde der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald durch diese Maßnahme aus meiner Sicht total ruiniert werden“, sagte Ahlborn.

Weitere Infos zu dem Thema gibt es unter www.vernunftkraft.de und www.bi-bilstein.de.

Dafür würden nicht nur die Windenergieanlagen an die dadurch verschandelte Landschaft sorgen, sondern vor allem die während der Bauphase zerstörte Natur. „Pro Anlage müssen beispielsweise 3500 Tonnen Beton für das Fundament angeliefert werden“, so Ahlborn. Bei zehn Anlagen sind das stolze 35 000 Tonnen. „Und dafür muss mitten im Naturpark eine Schwerlaststraße gebaut werden, wobei Wald gerodet und Biotope zerstört werden.“

Zum Auftakt der Veranstaltung hatte die Witzenhäuser Naturschützerin Heidi Rettberg bereits darauf hingewiesen, dass eine Genehmigung zum Bau eines Windparks auf dem Mühlenstein aus ihrer Sicht rechtswidrig sei. „Dort oben gibt es nicht nur den Rotmilan, der laut Vogelschutzrichtlinie, FFH-Richtlinie und Naturschutzgesetz geschützt ist“, sagte sie. Im Kaufunger Wald gebe es auch Schwarz- und Weißstörche, diverse Fledermausarten, Luchse und andere Wildkatzen, Uhus, Eulen und Spechtvögel. „Sie alle würden beim Bau von Windparks gefährdet oder würden vertrieben“, so Rettberg. Sie forderte von den Verantwortlichen „genauere Gutachten“ und von den Bürgern eine aktive Mitarbeit, damit „diese für Mensch und Natur katastrophalen Pläne nicht umgesetzt werden.“ (per)

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