Urwald der Zukunft: Nabu kauft zwölf Hektar Wald bei Hopfelde

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Seit Jahrzehnten dem Naturschutz verpflichtet: Konrad Volkhardt prüft regelmäßig, dass die Verhaltensregeln in den Nabu-Schutzgebieten eingehalten werden. Foto:  Shuhaiber

Hessisch Lichtenau. Alte Lebensräume erhalten, neue Lebensräume schaffen und schützen, die Natur Natur sein lassen und somit einen lebenswerten Raum für Mensch und Natur schaffen: Dieser Aufgabe hat sich der Nabu Kreisverband Werra-Meißner gewidmet und das Schutzgebiet Feuchtwiese Glimmerode eingerichtet.

Scheuer Vogel: Die seltene Bekkasine braucht absolute Ruhe auf den Wasserflächen. Mittlerweile hat sich der Vogel am Hellkopfsee wieder angesiedelt. Foto: Schreier/privat

Die neueste Errungenschaft der Naturschützer sind zwölf Hektar Waldgebiet auf dem ehemaligen Zechengelände bei Hopfelde. Hier soll ein „Urwald der Zukunft“ und somit ein Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere geschaffen werden.

Wieder zurück: Nach dem die Schachbrettblume seit den 1960er -Jahren rund um Hessisch Lichtenau verschwunden war, ist sie nun wieder häufiger im FFH-Gebiet zu finden. Foto:  zlr/nh

„Im Jahr 1991/92 haben wir die ersten zehn Hektar Bergsenkungsfläche von der damaligen Break gekauft“, erinnert sich der Kreisvorsitzende, Konrad Volkhardt, an die Anfänge des Naturschutzes im Werra-Meißner-Kreis. Aus einer kleinen vermüllten Fläche ist in den vergangenen 22 Jahren ein mittlerweile 70 Hektar umfassendes und zusammenhängendes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) entstanden. „Die bewirtschaftbaren Flächen waren damals von Landwirten eigenmächtig in Besitz genommen worden“, erklärt Volkhardt. Deshalb seien zunächst Eigentumsgrenzen gezogen worden: „Das hat natürlich Widerstand ausgelöst, der heute noch oft völlig unsinnig praktiziert wird“, sagt der 93-Jährige.

Um die aus Naturschutzsicht besonders wertvollen Flächen schützen zu können, kaufte der Nabu Stück für Stück Flächen hinzu. Eines der ersten Projekte war der Schutz des Hellkopfsees. „Wir haben nun ein fast kompaktes mit Eigentumsrechten versehenes Gebiet zusammengefügt“, sagt Volkhardt. So konnte der Nabu durch die Wahrung seiner Eigentumsrechte sowie die Überwachung und Pflege der Schutzgebiete zunehmend beobachten, wie sich seltene Pflanzen und Tiere wieder ansiedelten. Unter ihnen die Schachbrettblume, Veilchen, Trollblumen, Primeln und scheue Vögel wie die Bekkasine und die Wasserralle. „In dieser stellenweise gewollten Wildnis entwickelte sich eine besondere Artenvielfalt und millionefaches Leben“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende.

Zusätzlich wurden auf Betreiben des Nabu zwischen Retterode und Hopfelde umfangreiche Querungsmöglichkeiten für Amphibien geschaffen, die zwischen ihren Winter- und Sommerlebensräumen wandern.

Damit die Schutzgebiete auch künftig einen ungestörten Lebensraum für seltene Flora und Fauna bieten können, hat der Nabu entlang seiner Flächen Hinweisschilder aufgestellt. „Die Schutzgebiete benötigen völlige Ruhe zur weiteren Entwicklung“, erklärt Volkhardt und bittet die Bevölkerung um Unterstützung und Respektierung der Nabu-Eigentumsflächen.

Von Alia Shuhaiber

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