Überlebende der Zwangsarbeit in Hirschhagen für Aufklärungsarbeit geehrt

Verdienstkreuz für Pudler

Für ihr Engagement geehrt: Blanka Pudler. Foto: Archiv/nh

Hirschhagen / Budapest. Sie überlebte das Konzentrationslager in Auschwitz und Zwangsarbeit in Hirschhagen. Nun wurde Blanka Pudler in ihrem Wohnort Budapest mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Dr. Matei Ion Hoffmann, deutscher Botschafter in Ungarn, übergab Pudler die Auszeichnung. Sie würdigten ihren Einsatz gegen das Vergessen und die Versöhnung von Ungarn, Juden und Deutschen nach dem Holocaust. Außer Pudler wurden drei weitere Überlebende der Shoa ausgezeichnet. Blanka Pudler berichtet seit Jahren in deutschen und ungarischen Schulen sowie in anderen Einrichtungen von ihren Erlebnissen.

Pudler wurde 1929 im Gebiet der heutigen Ukraine geboren, musste aber wegen schwerer Lebensbedingungen in die Slowakei umziehen, das damals zu Ungarn gehörte. 1944 wurde sie als 14-jähriges Mädchen ins KZ Auschwitz verschleppt. Ihre Mutter wurde sofort getötet, ihr Vater starb im KZ Dachau.

Blanka Pudler selbst kam zusammen mit 1000 ungarischen Jüdinnen aus Auschwitz zur Zwangsarbeit in eine Munitionsfabrik nach Hirschhagen, damals ein Außenposten des KZ Buchenwald. Nach der Befreiung im Frühjahr 1945 ging sie zurück nach Ungarn. Nach Zwischenstationen in Ghana und Frankreich lebt sie heute in Budapest. (ema)

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