Herabfallende Ziegel als Ursache

Verkehrschaos in Witzenhausen: Werrabrücke halbseitig gesperrt

Witzenhausen. In und um Witzenhausen herrscht derzeit ein Verkehrschaos: Weil die Werrabrücke seit dem Mittag für den Verkehr halbseitig gesperrt ist, staut sich der Verkehr in der gesamten Stadt und in alle Richtungen.

Es herrscht Stau auf der B80 bis nach Unterrieden, aber auch bis zum Industriegebiet im Gelstertal.

Grund für die Sperrung sind Ziegel, die von dem maroden Ernst-Koch-Haus an der Nordseite der Brücke am Morgen auf die Straße gefallen sind. „Da ist jetzt Gefahr im Verzug“, sagt Klaus Schinzel, Leiter der Polizeistation Witzenhausen. „Wir müssen die Straße halbseitig sperren, damit weder Autofahrer noch Fußgänger von weiteren herabfallenden Ziegeln verletzt werden.“ Derzeit regeln zwei Polizeibeamte der Witzenhäuser Wache per Hand der Verkehr und sorgen dafür, dass der Kreisel an der Bundesstraße B 80 nicht verstopft und der Verkehr komplett zum Erliegen kommt. „Mehr Kollegen haben wir einfach nicht zur Verfügung“, verweist Schinzel auf die angespannte Personalsituation der Wache. Die Kollegen sollen am frühen Nachmittag von Beamten aus Eschwege abgelöst werden. Ihr Dienstschluss ist allerdings um 16 Uhr, danach wird eine Ampel bis Donnerstag die Regelung des Verkehrs übernehmen – in der Hoffnung, dass der Kreisel in der verkehrsärmeren Zeit passierbar bleibt.

Aktualisiert um 14.35 Uhr

Verschärft wird die Situation durch den Umstand, dass die Brücke Teil der Umleitung ist: Sie soll den Verkehr wegen der gesperrten Landstraße zwischen Wendershausen und Witzenhausen von der Bundesstraße 27 über die B80 und die B451 ins Gelstertal leiten. Deshalb fahren derzeit viel mehr Autos über die Brücke als sonst, so Schinzel.

Um die Gefahren für Fußgänger und Autofahrer einzudämmen, soll eine örtliche Dachdeckerfirma das Dach so schnell wie möglich abdecken und mit Planen verschließen. Einen Tag soll das nach Angaben der Dachdecker dauern. Doch weil das Dach morsch und nicht begehbar ist, muss zur Sicherheit der Dachdecker erst von außen ein Gerüst angebaut werden. „Die Drehleiter der Feuerwehr können wir nicht zum Abdecken nutzen, weil man damit nur einzelne Ziegel entfernen könnte“, erklärt Schinzel. Dann bestehe aber die Gefahr, dass weitere Ziegel vom Mansarddach stürzen.

Das mit Netzen verkleidete Gerüst soll auch verhindern, dass weitere Ziegel auf die Straße fallen, zudem bietet es einen gesicherten Durchgang für die Fußgänger. Doch nach derzeitigem Stand kann es wohl erst am frühen Donnerstagmorgen aufgebaut werden, sagt Schinzel, der sich bei den Planungen der Sicherungsmaßnahmen eng mit dem Eigentümer, Bauhof und Ordnungsamt der Stadt sowie der Straßenmeisterei abstimmt. Ein Gerüstbauer soll am Nachmittag die Lage vor Ort prüfen. So lange das Gerüst nicht steht, bleibt die halbseitige Sperrung bestehen. Autofahrer und Fußgänger müssen sich vermutlich noch bis mindestens Donnerstagmittag auf Behinderungen einstellen.

Warum die Ziegel just am Mittwoch herabgefallen sind, ist laut Schinzel unklar. „Ein Grundproblem ist das Alter des Dachs.“ Eine Windböe oder die auf dem Dach sitzenden Tauben hätten einzelne der locker sitzenden Ziegel lösen können. Das Gebäude befindet sich nach HNA-Informationen seit 1996 im Privatbesitz eines örtlichen Malermeisters. In dem heruntergekommenen Gebäude soll eine Wohngemeinschaft leben. (fst)

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