Dr. Meike Janssen erhielt für ihre Doktorarbeit einen Preis für Forschung zu Öko-Lebensmitteln

Vertrauen ist das A und O bei Bio

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Meike Janssen

Witzenhausen. Bio-Logos, die der Verbraucher nicht kennt, sind auch nichts wert. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Meike Janssen vom Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen in ihrer Doktorarbeit über Zertifizierungssysteme für Öko-Lebensmittel.

Dafür wurde die 34-Jährige mit dem Preis der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus (GEWIOLA) ausgezeichnet.

Die Dissertation entstand im Rahmen eines EU-Projektes, an dem sechs Länder beteiligt waren. „Zentrale Frage war, welchem Label vertraut wird und welchem nicht“, sagt Janssen. Analysiert worden seien unterschiedliche Labels wie Bioland, Demeter, Naturland und das EU-Siegel für Öko-Produkte.

Bei der zweiteiligen Studie wurden zunächst Verbraucher, die zumindest hin und wieder Öko-Lebensmittel kaufen, befragt, welchen Marken sie vertrauen und warum. Im zweiten Schritt wurde in einem Verkaufsexperiment vor Öko-Läden 400 Verbraucher pro Land getestet. Den Kunden wurden Eier und Äpfel mit verschiedenen Öko-Labels zu unterschiedlichen Preisen angeboten und ihr Kaufverhalten analysiert.

„Nur was der Kunde kennt, das kauft er auch“, fasst Meike Janssen das Ergebnis zusammen. Die Bekanntheit eines Öko-Labels allein reiche aber nicht aus. „Der Kunde muss außerdem Vertrauen in die Standards und in die Kontrollen des Labels haben.“ Diese Erkenntnisse würden für alle sechs untersuchten Länder gelten: Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Tschechien, die Schweiz und Italien.

Für den mit 1500 Euro dotierten Preis, den sich Janssen mit Dr. Marten Graubner von der Uni Halle teilt, wurde sie von ihrem Doktorvater Prof. Ulrich Hamm (Fachgebiet Agrar- und Lebensmittelmarketing) vorgeschlagen. „Die Auszeichnung motiviert mich, meinen Weg in der Wissenschaft fortzusetzen“, sagt die Preisträgerin, die jetzt an der Uni Kassel auch habilitieren will. (per)

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