Großalmeröder kritisieren wachsende Flut von Vorgaben für Feuerwehrarbeit

Vorgaben machen Sorgen

Die Führung und Geehrten: Jürgen Friedrich (von links), Wolfgang Wilhelm, Wehrführer Uwe Fischer, Günther Weißenborn, Michael Friedrich, stellvertretender Stadtbrandinspektor Dirk Junker, Stefan Schaal, Carola Krüger, André Prinz und Stadtbrandinspektor Kurt Studenroth, der auch 1. Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist. Foto: privat

Grossalmerode. Nicht nur Sonnenschein herrschte bei der Jahreshauptversammlung von Feuerwehrverein und Einsatzabteilung der Kernstadt von Großalmerode. Aktuelle Entwicklungen im Feuerwehrwesen bereiten den Freiwilligen ernsthafte Sorgen.

Bei Leistungen und Standards in Einsatz- und Übungsdienst werde nicht mehr zu denen von beruflichen Feuerwehren unterschieden, sagte Wehrführer Uwe Fischer in seinem Bericht. Deshalb gibt es in Großalmerode seit vorigem Jahr zusätzliche Ausbildungseinheiten – als Ergänzung zu den sowieso schon wöchentlichen Einheiten. Weiterhin sei zur Gerätepflege und -wartung an Samstagen aufgerufen worden.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 22 Einsätze, berichtete Fischer. Davon waren zwei Brände, 18 Hilfeleistungen und zwei Brandsicherheitsdienste.

Ein zusätzliches Problem sei, dass die Personalstärke derzeit weniger als 50 Prozent der Sollstärke betrage. Die „Grenzen des Erträglichen“ rückten für die Ehrenamtlichen näher, heißt es in dem Bericht von der Jahreshauptbersammlung.

Selbst Beförderungen für Freiwillige Wehren seien in Hessen den Modalitäten für Berufsfeuerwehren angepasst worden. Nicht allein Dienstzeiten seien ausschlaggebend, sondern auch der Besuch von Lehrgängen. Auf Grund besonderer Zuverlässigkeit oder Dienstbeflissenheit könne niemand mehr befördert werden. Besonders ärgerlich findet Fischer den teils ungenügenden Versicherungsschutz. Bei Vorschädigungen oder Vorerkrankungen könne freiwilligen Brandschützern bei Unfällen im Einsatz gegebenenfalls der Versicherungsschutz verwehrt werden. Das könne dem Bemühen um Nachwuchs „den endgültigen Todesstoß versetzen“.

Bürgermeister in Sorge

Seine Sorge über die Entwicklungen äußerte auch Bürgermeister Andreas Nickel. Einerseits sei die Stadt gefordert, Nachwuchs zu werben. Andererseits würden durch Verordnungen und Vorgaben „Knüppel zwischen die Beine geworfen“.

Kurt Studenroth, Stadtbrandinspektor und Vorsitzender des Feuerwehrvereins, berichtete von vielen Aktivitäten im vergangenen Jahr. Besonders hob er das Schlachteessen hervor und dankte den Helfern, besonders Paul Lorenz und seiner Frau.

Günther Weißenborn lobte den Zusammenhalt in der Ehren- und Altersabteilung. Jugendwart Wolfgang Wilhelm hatte die positive Nachricht, dass in der Jugendfeuerwehr wieder sieben Jugendliche aktiv seien. Mit viel Begeisterung und Spaß seien sie beim wöchentlichen Dienst – immer am Dienstag ab 18 Uhr im Feuerwehrhaus in Großalmerode.

Über Fortschritte des Jugendmusikzuges informierte Frank Anacker. Der Vorsitzende des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr sagte, dass die Jugendlichen den Erwachsenen ordentlich Konkurrenz machten. Höhepunkt im Jahr 2013 werde der Hessentag in Kassel. Dort habe sich der Musikzug für diverse Konzerte und Auftritte beworben. (clm)

www.feuerwehr-grossalmerode.de

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