"Nicht so dramatisch"

Vorstand sieht Sambales Kündigung gelassen

Hessisch Lichtenau. Erstaunlich gelassen reagiert der Vorstand von Lichtenau e.V. auf die Nachricht, dass einer ihrer Top-Spezialisten die Orthopädische Klinik verlässt.

Dr. Rafael Sambale, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, wird spätestens Anfang 2016 auf eigenen Wunsch zur Orthopädischen Klinik von Vitos nach Kassel wechseln. „Es ist sicher ein Verlust, dass wir einen so herausragenden Mediziner verlieren“, sagte der theologische Vorstand Pfarrer Christian Peuckert. „Aber die Sorgen, die sich damit bei vielen auftun, sind nicht so dramatisch.“

Peuckert spielt damit auf Befürchtungen an, Sambale könne große Teile seines Ärzte-Teams mit zu Vitos nehmen und damit den Fortbestand der Abteilung gefährden. „Das ist nicht der Fall. Wir haben mehrere exzellente Mediziner, die gemeinsam den guten Ruf der Wirbelsäulenchirurgie verantworten. Von keinem haben wir bislang die Kündigung auf dem Tisch.“

Auch Ängste, dass viele Patienten dem guten Ruf Sambales nun ins nur 30 Kilometer entfernte Kassel folgen und die Betten in Hessisch Lichtenau leer bleiben, hat Peuckert nicht. „Wir sind bundesweit eine der am hochwertigsten aufgestellten Orthopädien und nicht auf eine einzelne Person fixiert.“ Das, was Sambale in 15 Jahren aufgebaut hat, existiere weiter und werde auch in Zukunft bestehen. Auf die Frage, warum Sambale zu Vitos wechseln will, ging Peuckert nicht ein. Auch der Chefarzt selbst wollte auf Nachfrage unserer Zeitung keine Stellungnahme abgeben. Laut Peuckert habe es jedoch eine gute Zusammenarbeit ohne Unstimmigkeiten gegeben - anders als noch im Jahr 2012, als es zwischen Sambale und den damaligen Geschäftsführern von Lichtenau e.V. zum Bruch gekommen war. Grund waren Differenzen um die zunehmend wirtschaftliche Ausrichtung der Klinik.

Die Stelle des Chefarztes soll neu besetzt werden. Ob für den Posten bereits jemand im Gespräch ist, ließ Peuckert offen.

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