BUND konnte bereits sechs Katzen nachweisen

Wildkatzen mit Haarproben auf der Spur

Hessisch Lichtenau. Sie ist das Zeichen für eine intakte Umwelt und biologische Vielfalt: die Wildkatze. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) war zwei Winter der Wildkatze im Werra-Meißner-Kreis auf der Spur und ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Das Ergebnis hat uns positiv überrascht. Die heimlich lebende Wildkatze kommt am Meißner noch relativ häufig vor“, freut sich Susanne Schneider vom BUND.

Im Einsatz für die Wildkatze: Die ehrenamtlichen Wildkatzenretter haben rund um den Meißner in zwei Wintern fast 100 Haarproben der scheuen Waldbewohner mit den Lockstöcken gesammelt. Foto: A. Hennemuth/BUND Hessen/nh

Im ersten Erfassungsjahr wurden so bereits sechs verschiedene Wildkatzen-Individuen in 28 Haarproben nachgewiesen. In diesem Winter kamen dann noch rund 70 verschiedene Haarproben hinzu. Auch wenn nicht alle Proben von Wildkatzen stammen dürften, da auch andere Tiere wie Fuchs und Wildschwein sich von den Lockstöcken angezogen fühlen, ist Schneider guter Dinge: „Auch wenn die Ergebnisse der genetischen Untersuchung noch ausstehen, dürfen wir uns wohl bei dieser hohen Ausbeute auf mehrere Nachweise zusätzlicher, noch unbekannter Wildkatzen am Meißner freuen.“Der Erfolg des Projektes ist unter anderem den rund 30 ehrenamtlichen Wildkatzenrettern zu verdanken, die zwei Winter lang mit etwa 50 Lockstöcken in der Region um den Meißner unterwegs waren. Unterstützt wurde das Projekt vom zuständigen Forstamt in Hessisch Lichtenau. „Für uns ist das gute Vorkommen der Wildkatze in unseren Wäldern eine tolle Bestätigung, dass unsere naturnahe Waldbewirtschaftung zu einem großen Maß zum Erhalt der biologischen Vielfalt beiträgt“, sagt Forstamtsleiter Matthias Dumm.

Mit der Lockstock-Methode ist es bereits gelungen, die Wildkatze in verschiedenen Teilen Hessens nachzuweisen. Durch die Untersuchungen erhofft sich der BUND weitere Erkenntnisse darüber, wie viele Tiere in Hessen leben, wie sie wandern und mit welchen anderen Wildkatzenvorkommen in Deutschland sie verwandt sind. Die Aktion ist Teil des vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums geförderten Projekts „Wildkatzensprung“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Dieses Projekt hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, eine bundesweite Gendatenbank für Wildkatzen aufzubauen. In die gleiche Richtung arbeitet auch Hessen-Forst: Über das ganze Land verteilt gibt es Sammelstellen für tote Wildkatzen, die dann beim Senckenberg-Institut genetisch untersucht werden. (dir)

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