Burg Ludwigstein: Winterbauhütte bringt Räume auf Vordermann

Bauhütte auf der Burg Ludwigstein: Der Berliner Robert Schmidt (mit Maske) und der Rendsburger Patrick Ehlers sorgen während der Renovierung des Schneehagen-Zimmers zwischenzeitlich für Ordnung. Foto: Schröter

Burg Ludwigstein. 100 Freiwillige waren an den ersten Tagen des Jahres auf Burg Ludwigstein aktiv, um bei der Winterbauhütte zu renovieren und zu schreinern.

Nach einem Jahr Pause hat auf der Burg Ludwigstein das bündische Leben wieder Einzug gehalten. Im Rahmen der traditionellen „Winterbauhütte“ wurden an den ersten vier Tagen des Jahres große Bereiche der Burg renoviert und aufgehübscht.

Rund 100 Mitglieder verschiedener Bünde waren aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, um gemeinsam zu hämmern, zu sägen, zu streichen oder anderweitig Hand anzulegen. In mehreren Zimmern wurden Holzfußböden aufgearbeitet. Der Speisesaal wurde gestrichen, das Schneehagen-Zimmer renoviert und im Vorraum des Burgbüros eine Sandsteinmauer freigelegt. „Außerdem wurden auch diverse Möbelstücke gebaut“, sagt Dirk Osmers.

Der 40-jährige Witzenhäuser ist Bauingenieur und als Mitglied des Bauhüttenkreises auch Mitorganisator der ehrenamtlichen Renovierungsaktion. „Der Bauhüttenkreis besteht aus rund einem Dutzend Handwerksmeistern, Architekten und Ingenieuren und unterstützt den Burgbetrieb bei baulichen Angelegenheiten“, sagt er. Dieser Kreis habe sich im Vorfeld der Aktion auf der Burg getroffen und zusammen mit Burgbetriebsleiter Selmar Sechtling festgelegt, was zu tun sei.

„In diesem Jahr lief das Bauwochenende zum ersten Mal über vier Tage“, sagt Sechtling. „Und das hat sich eindeutig bewährt.“ Nach dem Anreisetag an Neujahr habe man so zwei volle Tage Zeit gehabt, um sich den gestellten Aufgaben zu widmen. Der Sonntag sei dann für kleinere Nacharbeiten und das Aufräumen da gewesen. „Da waren dann ebenfalls zum ersten Mal unsere Festangestellten dabei, damit die einmal sehen konnten, wer hier so alles ihrer Burg etwas Gutes tut.“

Unbezahlbare Aktion 

„Burgvogt“ Selmar Sechtling ist dankbar für die Hilfe. „Allein aus wirtschaftlicher Sicht ist so eine Aktion natürlich unbezahlbar“, sagt er. Schließlich wäre die dabei geleistete Arbeit für den Burgbetrieb „in diesem Maße und in dieser Frequenz“ nicht möglich. Viel wichtiger sei aber der Gedanke, der dahinter steckt. „Es ist einfach großartig, dass es ehrenamtliches Engagement in dieser Form überhaupt gibt“, so Sechtling.

„Die Teilnehmer der Winterbauhütte identifizieren sich mit der Burg und nutzen so die Gelegenheit, sich dafür zu engagieren“, sagt Dirk Osmers. Neben der Arbeit sei aber auch die Begegnung an sich wichtig. „Hier werden Freundschaften geschlossen und in den folgenden Jahren auch gepflegt“, so der Witzenhäuser. Vor allem die Abende, bei denen selbst gemachte Musik den Mittelpunkt bilde, seien „sehr gesellig“.

„Insgesamt war das eine sehr gelungene Auftaktveranstaltung zum 600. Jubiläumsjahr der Burg Ludwigstein“, freut sich Selmar Sechtling. „Nach einem Jahr ohne Bünde ist durch die Bauhütte endlich wieder Leben auf die Burg zurückgekehrt.“ (per)

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