Capitol-Kino in Witzenhausen ausgezeichnet

Witzenhäuser trifft bei Verleihung auf Senta Berger

Freude über den Erfolg: Der Betreiber des Capitol-Kinos in Witzenhausen Ralf Schuhmacher ist erneut mit dem Hessischen Kinokulturpreis ausgezeichnet worden. Das Foto zeigt ihn zusammen mit Regisseurin Ines Reinisch bei der Premiere des Films „Wenn ein Garten wächst“ im Oktober 2014. Archivfoto:  Mennecke

Witzenhausen. Das Land Hessen hat das Capitol-Kino in Witzenhausen ausgezeichnet. Der Betreiber Ralf Schuhmacher traf bei der Verleihung auf zahlreiche Prominente.

Den roten Teppich hat Ralf Schuhmacher bei der Verleihung des Hessischen Kinokulturpreises am vergangenen Freitag gemieden. „Das ist nicht so mein Ding“, erklärt der Betreiber des Capitol-Kinos Witzenhausen. Mit 10 000 Euro Preisgeld wurde das Capitol in der Kategorie gewerbliche Kinos ausgezeichnet.

Konkurrenz aus Frankfurt 

Im Laufe der 26 Jahre, in denen der Kinokulturpreis verliehen wird, wurde Schuhmacher nun schon 21 Mal bedacht. Die Auszeichnung ist aber nicht selbstverständlich für ihn. Das Vorbereiten der Bewerbung nehme gut eine Woche Zeit in Anspruch.

Neben einem ausführlichen Fragebogen muss auch ein lückenloser Spielplan vorgelegt werden. Eine unabhängige Jury, die sich aus sechs Mitgliedern zusammensetzt, entscheidet über die Preisträger. „Wir haben unseren zweiten Platz von 2014 auch in diesem Jahr gehalten. Bei der starken Konkurrenz aus dem Rhein-Main-Gebiet ist das beachtlich“, sagt Schuhmacher stolz. Den ersten Platz belegte das Mal Seh’n Kino in Frankfurt.

Vor der eigentlichen Verleihung des Hessischen Kinokulturpreises in der alten Oper in Frankfurt, findet immer ein Vorempfang in der 46. Etage der Landesbank statt. „Da gibt es auch immer eine hohe Dichte an Prominenz. Einmal bin ich mit der Schauspielerin Senta Berger zusammen im Aufzug gefahren“, erinnert sich der Witzenhäuser Kinobetreiber. Mit dem deutschen Filmregisseur und Drehbuchautor Christian Petzold habe er ein langes Gespräch geführt.

Mit Hilfe des diesjährigen Preisgeldes wurden unter anderem die Fassade des Kinogebäudes erneuert sowie der Eingangsbereich saniert. „Ein Großteil des Geldes fließt immer in den Erhalt des Kulturdenkmals. Die Preisprämie ermöglicht auch erst das vielfältige Programm“, erklärt Schuhmacher. Das Vorbereiten und Zeigen von Filmreihen bedeute nicht nur Mehraufwand, sondern auch Mehrkosten.

Nun fiebert Schuhmacher dem 2. Dezember entgegen: Dann wird in Dresden der Kinoprogrammpreis der Bundesregierung verliehen.

Hintergrund: Zwischen Anspruch und Mainstream

Das Capitol-Kino zeigte im Jahr 2014 in 1358 Vorstellungen insgesamt 338 verschiedene Filmtitel. Betreiber Schuhmacher setzt dabei auf die Mischung zwischen anspruchsvollen Filmen und Mainstream. Das Kino wird auch für andere Veranstaltungen wie Puppentheater, Podiumsdiskussionen und Live-Konzerte genutzt. Am Donnerstag, 29. Oktober, findet um 19.30 Uhr im Capitol-Kino das 70. Witzenhäuser Filmgespräch zu „Landraub“ statt. Zu Gast ist Martin Häusling, Abgeordneter des Europäischen Parlaments und Protagonist des Films. Er beantwortet anschließend Fragen zum Film.

Kommentare