Saarlooswolfhonde: Witzenhäuserin züchtet seltene Hunderasse

Scheu, sanft und kuschelig: Claudia Schröder mit den Saarlooswolfhonden Shani, Arusha und Jolie. Die Witzenhäuserin ist über einen Artikel in einer Fachzeitschrift auf diesen Hund gekommen. Foto: Hörcher

Witzenhausen. Über einen Artikel in einer Zeitschrift wurde Claudia Schröder vor  Jahren auf die niederländischen Saarlooswolfhonde aufmerksam. Seitdem züchtet sie die Tiere.

Shani hechelt. Sie tollt durch den Schnee. Wedelt mit dem Schwanz. Ihr Fell glänzt in der Wintersonne. Aus ihrem Maul ragen spitze Eckzähne. Es ist vor allem dieses Gebiss, das Respekt einflößt. Aber auch ihr Aussehen, das dem eines Wolfs ähnelt. Dabei würde sie einem Menschen nie etwas zuleide tun. Die neunjährige Shani und ihre Spielgefährten, die fünfjährige Arusha und die zweijährige Jolie gehören zu den Saarlooswolfhonden. Claudia Schröder aus Witzenhausen züchtet diese seltene Rasse - die tatsächlich mit dem Wolf verwandt ist.

Wenn eine fremde Person das Grundstück der Schröders betritt, schlagen die Tiere sofort Alarm. Zubeißen würden sie jedoch nie. Denn wie normale Wölfe sind auch Saarlooswolfhonde scheu gegenüber Menschen. „Bei Einbrechern würden sie eher wegrennen als etwas zu tun“, sagt Schröder. „Es sind nette, sanfte Hunde.“ Einmal standen sie und die Hunde beim Spaziergang Auge in Auge mit einem Fuchs, ohne dass etwas passierte. Ein anderes Mal hatte sich ein Igel zu einer Hündin ins Gehege verlaufen - sie ließ ihn aus ihrem Wassernapf trinken.

Wer an Wölfe denkt, hat schnell Märchen von „Rotkäppchen“ oder dem Wolf und den „Sieben Geißlein“ vor Augen - völlig unbegründet, weiß Schröder. „Menschen gehören nicht in das Beuteschema von Wölfen.“

Ihren ersten Saarloswoolfhond hatte Schröder bereits 1994. Einige Jahre später begann sie mit der professionellen Zucht. Diese gestaltet sich schwierig, da die Weibchen meist nur einmal im Jahr läufig sind und die Männchen nur einmal im Jahr potent. In den Niederlanden gibt es einige Züchter. In Hessen ist Schröder die erste Züchterin, in Deutschland ist ihre Zuchtstätte ist die älteste noch aktive.

Schröder fährt regelmäßig zu Zuchtmessen und gewinnt dort mit ihren drei Lieblingen Preise. Ein ganzes Regal voller Pokale und eine Kiste mit Siegerschleifen nennt sie ihr Eigen. Im vergangenen Jahr besuchte sie zwölf Ausstellungen.

Unter anderem wurden die Hunde neun mal „Best of Breed“ (englisch für: Bester der Rasse) und erlangten zum wiederholten Male wichtige Zuchtpreise in Deutschland und den Niederlanden. „Shani hat am meisten abgesahnt“, sagt die Witzenhäuserin stolz.

Saarlooswolfhonde - Eine seltene Hunderasse

So eine Hundeausstellung hat ein bisschen etwas von einem Model-Casting - nur eben für Vierbeiner. Die Preisrichter achten nämlich zum einen auf das Aussehen, zum anderen müssen auch die Hunde auf den Laufsteg. Vor allem das Gangwerk - also die Art, wie ihre Hunde laufen - werde von den Preisrichtern oft gelobt, berichtet Schröder.

Von Marc Hörcher

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