Vertrag mit Pro-Witzenhausen-Geschäftsführerin Miriam Gerke nicht verlängert

Witzenhausen trennt sich von Stadtmanagerin

Witzenhausen. Miriam Gerke ist nur noch bis Ende März 2013 Geschäftsführerin der Pro Witzenhausen GmbH. Auf Anfrage bestätigte Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU), dass der Aufsichtsrat entschieden habe, den Vertrag mit der 30-jährigen Stadtmanagerin nicht zu verlängern.

Ob und wann es eine Nachfolge gibt, steht nicht fest. Es ist ungewiss, ob die Pro Witzenhausen GmbH in ihrer jetzigen Form weiter existiert. Der Aufsichtsrat habe sie als Vorsitzende beauftragt, gemeinsam mit Stellvertreter Peter Schill Pläne für neue Strukturen vorzulegen, sagte Fischer. Darüber solle Ende Januar beraten werden.

Nach fünf Jahren sei es an der Zeit, die Strukturen zu überdenken. "Ist das erreicht worden, was wir uns als Ziel vorgestellt haben?", sagte Fischer. Sie nannte die Pro Witzenhausen GmbH einen Versuch, die Bereiche Stadtmarketing und Tourismus zusammen zu bearbeiten. "Vielleicht war die Erwartungshaltung auch zu hoch", sagte Fischer.

Finanziell ist die Lage der GmbH nicht eben rosig. Für das laufende Jahr droht ein Verlust von 16 114 Euro, wie sich nach dem ersten Halbjahr abzeichnete. Im September hatten die Stadtverordneten beschlossen, 22 461 Euro aus der Stadtkasse nachzuschießen, um Verluste der Vorjahre auszugleichen. Ohne diesen Beschluss hätte die Insolvenz gedroht. Für das laufende Jahr sind bereits Ausgaben gekürzt worden, so sind für den Weihnachtsmarkt keine Werbeanzeigen geschaltet worden.

Bisher bekommt die Pro Witzenhausen GmbH pro Jahr 279 000 Euro aus der Stadtkasse, ein großer Teil davon sind fixe Ausgaben. Es sei überlegt worden, den Betrag auf 300 000 Euro anzuheben, so Fischer. Es sei fraglich, ob das unterm Schutzschirm machbar ist.

Wie geht es mit dem Stadtmarketing in Witzenhausen weiter? Nach der letzten Witzenhäuser Woche (WiWo) begann ein Diskussionprozess, den sie gerne noch weiter begleitet hätte, sagt Miriam Gerke. Zwar habe sie die Entscheidung des Aufsichtsrats getroffen, ihren Vertrag nicht zu verlängern. Aber sie begreife die Situation als Chance für einen persönlichen Neustart in einer anderen Branche.

In einer Position wie der ihren gebe es immer wieder auch Kritik, sagte Gerke. Teils sei diese berechtigt gewesen, zum Teil aber auch unberechtigt. Insgesamt habe sich das aber in einem normalen Rahmen bewegt, sagte Gerke. Deswegen könne sie nicht einschätzen, ob der nicht verlängerte Vertrag eine Folge der Kritik an ihrer Person gewesen ist. Diese Entscheidung sei politisch, und die Hintergründe kenne sie nicht, zumal über allen Diskussionen der Schutzschirm schwebe.

In ihrer fünfjährigen Tätigkeit habe es immer auch mal Situationen gegeben, in denen bestimmte Dinge einfach nicht leistbar gewesen seien. "Die Resscource Personal ist nun einmal endlich", sagte Gerke. Und alle Mitarbeiter der Pro Witzenhausen GmbH, bei der insgesamt 4,5 Stellen angesiedelt sind, schöben viele Überstunden vor sich her. "Mehr geht nicht", sagte Gerke. Sie hat die Geschäfte der stadteigenen GmbH seit April 2008 geführt.

Sie nehme eine Aufbruchstimmung in der Stadt wahr. Als Beispiel nennt sie die Eigeninitiative der Geschäftsleute der Brückenstraße einen Adventskalender auf die Beine zu stellen. Sie hoffe, dass diese Motivation anhält. Denn dann gebe es alle Chancen, "damit das Stadtmarketing wieder in die Gänge kommt", sagte Gerke.

Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU), Aufsichtsratschefin der Pro Witzenhausen GmbH, lobte Gerkes Arbeit. Gerade im Tourismus habe sie viel angeschoben. Bei vielen Menschen und Akteuren in der Stadt habe sich Gerke "einen guten Namen gemacht". Dabei sei es nicht immer einfach bei der Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlichen Gruppen den Ausgleich zwischen allen zu finden. (clm)

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