Weltklassik am Klavier im Wappensaal

Zwei Welten am Piano erlebt

Ein erfahrener Künstler: Alexey Lebedev im Wappensaal. Foto: Pujiula

Bad Sooden-Allendorf. Ein Abend, der einen breiten stilistischen Bogen beschrieb: Mit Teilen des wohltemperierten Klaviers von Bach vor der Pause und Schumanns C-Dur- Fantasie danach. Bei der Weltklassik am Klavier im Wappensaal Bad Sooden-Allendorf konnte man diesmal die verschiedenen musikalischen Welten der beiden Komponisten erleben. Zum einen die sublime Mathematik des Eisenacher Meisters, ein unvergängliches Werk. Zum anderen die höchst subjektiven Gefühlsausbrüche eines romantischen Geistes. Eine große Herausforderung also für den Pianisten Alexey Lebedev, ein versierter russischer Künstler, Jahrgang 1980, der über eine große Konzerterfahrung verfügt.

Aber ganz überzeugen konnte er an diesem Abend nicht, man hatte sogar das Gefühl, dass er sich nicht ernst genug auf dieses Konzert vorbereitet hatte. Nicht nur, dass er (ungewöhnlich bei dieser Konzertreihe) das Programm nicht auswendig spielte. Er spielte auch den Bach (insgesamt sechs Präludien und Fugen) zu wuchtig, so dass etwas vom subtilen Reiz des Werkes verlorenging. Bei Schumann trumpfte er auf mit brillanter Technik, aber auch hier fehlte es an Differenziertheit des Ausdrucks.

Ein äußerst interessanter Klavierabend, der aber die Faszination anderer unvergesslicher Konzerte aus der Reihe nicht erreichte. Das Publikum spendete angemessenen Applaus, für den sich der Künstler mit einer beliebten Sonate von Scarlatti bedankte.

Von Francisco Pujiula

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