800 Euro aus vier Postzentren gestohlen

Wiederholungstäter: Gefängnisstrafe für Post-Einbrecher 

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Zwei Männer mussten sich heute Vormittag vor Gericht verantworten. 

Werra-Meißner. Die Spanne war groß zwischen der Forderung des Staatsanwalts und der Anwälte der Angeklagten, die sich heute wegen vierfachen Einbruchsdiebstahls vor dem Eschweger Schöffengericht verantworten mussten: Während erster für einen 28-Jährigen eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten und für einen 45-Jährigen eine von drei Jahren forderte, plädierten die Verteidiger der beiden Männer auf einen Freispruch. 

Der Vorsitzende Richter Dr. Alexander Wachter folgte dem Staatsanwalt: Beide Männer, die bis zum Verhandlungstag in Untersuchungshaft gegessen haben, wurden zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem bleibt der Haftbefehl gegen den 28-Jährigen bestehen, da er zum Tatzeitpunkt in der Nacht auf dem 28. Juni des vergangenen Jahres unter zweifacher Bewährung stand und auf ihn in naher Zukunft ein ähnlicher Prozess wartet. 

Bezichtigt wurden die beiden Männer des vierfachen Einbruchdiebstahls. Sie sollen in der Nacht auf den 28. Juni im vergangenen Sommer in die Postzentren in Bad Sooden-Allendorf, Witzenhausen, Göttingen und Hann. Münden eingebrochen sein und etwas weniger als 800 Euro gestohlen haben. Beide Männer sind mehrfach vorbestraft, der ältere der beiden hatte zum Tatzeitpunkt Hafturlaub. 

Einbrüche gingen auf Konto der beiden Männer

Sobald sich die Gelegenheit bot, suchten die beiden Angeklagten das Gespräch untereinander, vor dem Vorsitzenden des Schöffengerichts Eschwege Dr. Alexander Wachter wollten sie aber keine Aussage machen: Während der knapp sechsstündigen Verhandlung gegen einen 28- und einen 45-jährigen Mann waren es nur die sieben Zeugen, die Auskunft über die Einbrüche in vier Postzentren im Werra-Meißner-Kreis und im südlichen Niedersachsen geben konnten. Die, so lautete die Anklage der Staatsanwaltschaft, würden auf das Konto der beiden Männer gehen. Das Schöffengericht um Wachter gab dem Staatsanwalt Recht. Während die Kriminaltechniker der Polizei ausführlich beschreiben konnten, wie es an den Einbruchsorten ausgesehen hat und welche Spuren gesichert werden konnten, beruhte die Verbindung zu den beiden Angeklagten auf „aussagekräftigen“ Indizien: In der Tatnacht vom 27. auf den 28. Juni des vergangenen Jahres wurden die beiden Männer gegen drei Uhr morgens von einer Polizeistreife angehalten, weil sie in gleicher Richtung aus dem Kreisel hinausfuhren, aus der sie auch in diesen hineingefahren waren. 

Zuvor: Einbruch in 60 Postzentren

Aus dem Wageninneren schlug den Beamten dann ein eindeutiger Verbrennungsgeruch entgegen, dessen Ursache vom 45-Jährigen mit einem technischen Defekt erklärt wurde. Für die Polizisten sah die Lage aber anders aus: Auf dem Rücksitz des Autos fanden sie eine Tasche mit mehreren Geräten vor: unbenutzte wie schon gebrauchte Trennscheiben, ein Winkel- und ein Seitenschneider sowie ein Kuhfuß. „Für uns sah das nach einer Straftat aus“, erklärte einer der beiden Polizisten im Zeugenstand. Bei der Überprüfung der Personalien wurden sie dann ein weiteres Mal stutzig: Der heute 45-jährige Mann sollte nach ihren Angaben in einer JVA inhaftiert sein – kurzerhand nahmen sie ihn und seinen heute 28-jährigen Begleiter mit aufs Revier. Auf dem Polizeirevier klärte sich dann zumindest die Sache mit der Inhaftierung auf: Der 45-Jährige hatte Hafturlaub. Er war 2006 zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt worden – wegen gemeinschaftlichen Einbruchdiebstahls in Postzentren in 60 Fällen Diese Verurteilung sowie das gefundene Werkzeug im Auto der beiden waren für den Staatsanwalt Beweise genug, dass es sich bei den Angeklagten auch um die Täter handelt, die in die vier Postfilialen eingebrochen sind und dabei weniger als 800 Euro erbeuteten. Er forderte für beide deshalb eine Freiheitsstrafe. Auf Freispruch hingegen plädierten die beiden Anwälte der Angeklagten. Sie beriefen sich darauf, dass die im Zweifel unschuldig seien: „Nur der Kuhfuß ist in Verbindung mit einem der vier Einbrüche gebracht worden, ansonsten gibt es keine Beweise.“ So zum Beispiel seien die sichergestellten Schuhabdrücke mit keinem einzigen Schuh der Mandanten in Verbindung gebracht worden. (cow)

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